Von Tara Swords
Wenn Ihren Kindern das Internet nicht vollkommen fremd ist, dann kennen sie sicherlich Websites wie myspace.com, facebook.com oder xanga.com.
Was macht diese kostenlosen Online-Communitys bei Jugendlichen so beliebt? Jugendliche wenden sich in Scharen diesen Websites zu, um genau wie auf einem Schulfest oder an einem örtlichen Treffpunkt soziale Kontakte zu knüpfen und andere zu treffen. Auf diesen Websites können sie zudem eine persönliche Websites erstellen und diese dekorieren, ähnlich wie auch die Wände ihres Zimmers.
Wenn Jugendliche einer Online-Community wie myspace.com beitreten, erstellen und veröffentlichen sie persönliche Profile, die Fotos, Angaben zu Alter, Wohnort und Schule sowie Song-Clips oder Lieblingsbücher und -filme enthalten können. Anschließend laden sie ihre realen Freunde -- oder sogar Personen, die sie nicht kennen -- ein, ihrer Kontaktliste oder so genannten "Freundesliste" beizutreten. Fotos dieser "Freunde" werden dann ebenfalls auf der Profilseite Ihres Kindes veröffentlicht.
Jugendliche nutzen Online-Communitys auch, um Nachrichten mit Freunden auszutauschen, tagebuchähnliche Blogs oder Prosatexte zu veröffentlichen und anderen ihre Fotos zu zeigen. Zusätzlich zu ihren Profilen können sie auch in Foren oder Blogs nach bestimmten Themen wie Sport, Beziehungen oder Musik suchen. Zahlreiche Jugendliche haben Online-Communitys inzwischen entdeckt, um sich gemeinsam für soziale oder politische Themen zu engagieren. Und wieder andere möchten einfach ihre Internet-Grafikkünste beim Gestalten ihrer Profile zur Schau stellen.
Trotz dieser positiven Aspekte lauern in diesen Communitys eine Reihe von Gefahren: Pädophile, Identitätsdiebstahl und Online-Mobbing bzw. "Cyberbullying". Bedauerlicherweise können Sie Ihre Kinder nicht ständig im Auge behalten, um sie vor diesen Gefahren zu schützen. Sie können sie jedoch über die negativen Seiten von Online-Communitys aufklären, so dass sie -- ausgestattet mit diesem Wissen -- Probleme erkennen und vermeiden können. Hier sind einige Tipps.
1.
Informieren Sie sich.
Sie können Ihren Kindern das Internet -- und insbesondere
Online-Communitys -- nur dann erklären, wenn Sie sich selbst darin auskennen.
"Eltern sollten selbst mit der Technologie vertraut sein", meint Danielle Yates, Sprecher von Internet Education Foundation (getnetwise.org). "Wenn Ihr Kind MySpace nutzt, sollten Sie wissen, wie die Website funktioniert, was dort veröffentlicht wird und mit wem Ihr Kind in Kontakt kommt."
Indem Sie Online-Communitys selbst erkunden, erhalten Sie ein Gespür dafür, wie Benutzer auf diesen Websites miteinander umgehen und welche Inhalte sie veröffentlichen. Sie müssen sich nicht erst anmelden, um sich einen Eindruck von der Website zu verschaffen. Klicken Sie in myspace.com beispielsweise im Hauptmenü einfach auf "Suchen". Oder klicken Sie in xanga.com durch die Links unter den verschiedenen "Featured"-Abschnitten.
2.
Schützen Sie die persönlichen Informationen Ihres Kindes.
Auf den
Websites werden Sie häufig eine große Menge an persönlichen Informationen
finden, die von Jugendlichen veröffentlicht werden. Und genau dies kann Ihr
Kind in Schwierigkeiten bringen. Jeder kann einer Online-Community beitreten
und vorgeben, jemand anderes zu sein, als er in Wirklichkeit ist. Pädophile,
die sich als Jugendliche ausgeben, können so in Online-Communitys leicht
Freundschaften mit gutgläubigen Kindern schließen.
Besucher können auf diesen Websites sogar anhand bestimmter Kriterien wie Alter, Ort und Geschlecht nach Community-Mitgliedern suchen. Ein weiteres Risiko: Identitätsdiebe können Ihre Kinder täuschen und dazu verleiten, Informationen preiszugeben, und diese Informationen anschließend nutzen, um sich Kreditkarten unter dem Namen Ihres Kindes zu beschaffen.
"Kinder können Informationen über Ihre Schule, Fotos von sich oder Informationen über ihre Sportveranstaltungen veröffentlichen, die auf den ersten Blick harmlos erscheinen", meint Amber Lindsay, Sprecher von netsmartz.org, einer Organisation, die zum National Center for Missing & Exploited Children gehört. "Ihnen ist nicht klar, dass Pädophile oder Kriminelle diese Bruchstücke von Informationen zusammensetzen können. So können sie herausfinden, wo sie Kinder finden, wie sie aussehen und wie sie sie erkennen."
Wenn Ihre Kinder ihre Zeit in Online-Communitys verbringen, bitten Sie sie, Ihnen ihr Profil zu zeigen und Sie durch die Website zu führen. Erklären Sie ihnen, wie gefährlich es ist, persönliche Informationen zu veröffentlichen, und stellen Sie sicher, dass das Profil Ihres Kindes keine Hinweise auf seine wirkliche Identität enthält.
Jugendliche können beispielsweise auf myspace.com jeden, der nicht zu ihren "Freunden" gehört, daran hindern, ihr Profil anzuzeigen. Um sicherzustellen, dass Fremde das Profil Ihres Kindes nicht einsehen können, bitten Sie Ihr Kind, sich bei myspace.com anzumelden. Rufen Sie auf der Profilseite die Account-Einstellungen auf, und wählen Sie "Datenschutz", um die verfügbaren Optionen anzuzeigen.
3.
Erklären Sie, wie gefährlich es ist, "Freunde" außerhalb des
Internets zu treffen.
Ihre Kinder können nie hundertprozentig sicher sein, mit
wem sie es in Online-Communitys zu tun haben. Dennoch versuchen einige
Jugendliche, so viele Freunde wie möglich zu ihrer Kontaktliste hinzuzufügen.
Das bedeutet, dass Tausende von Benutzern, die sie eigentlich gar nicht kennen,
ihnen direkt eine Nachricht senden können.
Aus diesem Grund sollten Sie Ihren Kindern raten, keinem Fremden zu trauen, der sich ihnen außerhalb einer Online-Community nähert und scheinbar Einzelheiten aus ihrem Online-Profil kennt. Und das Wichtigste: Machen Sie Ihrem Kind klar, dass es unter keinen Umständen einem persönlichen Treffen mit jemandem, den sie online kennen gelernt haben, zustimmen sollten. In den Nachrichten liest man immer wieder über diese Art von Treffen – und manchmal über deren tragischen Ausgang.
Damit es erst gar nicht dazu kommt, sollten Sie Ihren Kindern unmissverständlich klar machen, dass sie niemandem Informationen zu ihrer Person mitteilen sollten, beispielsweise wo sie zur Schule gehen, bei welchem Sportverein sie trainieren und wie ihre Freunde heißen, rät Danielle Yates.
4.
Erinnern Sie Ihre Kinder daran, dass ihre Profile öffentlich sind -- und zwar
für eine unbegrenzte Zeit.
Eine unbeabsichtigte Folge von Online-Communitys ist,
dass Jugendliche Material veröffentlichen, das später gegen sie verwendet
werden kann. Vielleicht drangsalieren sie Klassenkameraden, indem sie gemeine
Nachrichten in ihren Profilen veröffentlichen. Oder sie erzählen Geschichten
über gesetzeswidrige oder andere fragwürdige Aktivitäten. Sobald diese
Äußerungen erst einmal im Internet veröffentlicht sind, sind sie für jedermann
zugänglich.
"Inzwischen machen sich viele darüber Gedanken, was passiert, wenn diese Jugendliche erwachsen werden und zukünftige Arbeitgeber dieses Material finden können", meint Danielle Yates und fügt hinzu, dass sich auch Schulen und Universitäten inzwischen in diesen Communitys informieren. "Alles, was Sie dort veröffentlichen -- beispielsweise Fotos von Trinkgelagen oder wilden Partys -- können sie anzeigen und gegen Sie verwenden."
Fragen Sie Ihre Kinder, welche Inhalte sich ihrer Meinung nach für die Veröffentlichung in Online-Communitys eignen. Geben Sie Ihnen einige Beispiele dafür, was gegen sie verwendet werden könnte. Arbeiten sie anschließend gemeinsam einige Regeln aus.
5. Haben
Sie immer ein offenes Ohr für Ihre Kinder.
Wie auch bei
allen anderen Problemen sollten ihre Kinder mit Ihnen immer offen über alles
sprechen können. Geben Sie ihnen zu verstehen, dass sie sofort zu Ihnen kommen
sollten, wenn in einer Online-Community etwas passiert, was sie ängstigt oder
beunruhigt.
"Kinder verschweigen oft etwas, aus Angst, dass sie dann nicht mehr ins Internet dürfen." "Wenn Sie mit Ihren Kindern jedoch offen darüber sprechen, können sie sich darauf verlassen, dass Sie Verständnis haben und ihnen das Internet nicht verbieten werden."
Informieren Sie sich gemeinsam mit Ihren Kindern über die Sicherheitsrichtlinien der Online-Community und wie sie Vorfälle melden können. Parry Aftab, Geschäftsführerin von wiredsafety.org, ergänzt, dass Kinder, die regelmäßig mit ihren Eltern über diese Probleme reden, besser für den Umgang mit Online-Communitys vorbereitet sind.
"Eltern sollten ihre Kinder über die Gefahren aufklären, so dass die Jugendlichen selbst auf sich und andere aufpassen können."
Tara Swords ist eine in Boston ansässige Journalistin, die regelmäßig Artikel zu technischen und wirtschaftlichen Themen schreibt.
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