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Warnsignale: Steckt Ihr Kind in Cyberschwierigkeiten?

Von Elizabeth Wasserman

Nach einer kürzlich ausgestrahlten Ausgabe der Talkshow Dr. Phil zum Thema, wie Teenager das Internet missbrauchen, um andere Kinder zu drangsalieren oder zu bedrohen, setzte sich Mary Clark, Mutter aus Fairfax, Virginia, mit ihrer vierzehnjährigen Tochter Katie zu einem Gespräch zusammen. Sie sprachen über die Gefahren, die im Internet lauern. Ihre Tochter gestand ihr sogar, dass sie eine Einladung zum Beitritt bei einer Social Networking-Gruppe erhalten habe, die einzig dazu eingerichtet wurde, einen als Sonderling ausgegrenzten, weniger beliebten Mitschüler zu mobben – ein Vorhaben, das Katie strikt ablehnte.

"Kinder sind immer Hänseleien ausgesetzt", so Mary Clark. "Online-Mobbing ist lediglich eine perfidere Variante der Hänselei – und eine, die schmerzlicher ist, weil alle anderen Bescheid wissen."

Während früher einem Mitschüler eine Tracht Prügel an der Bushaltestelle verabreicht wurde, ist heute Online-Mobbing an der Tagesordnung – denn online kommt man eher ungestraft davon. Das Internet erinnert zunehmend an die Innenwände öffentlicher Toiletten, auf denen Teenager – oft anonym – ihre Graffiti über andere hinterlassen. Teenager missbrauchen Social Networking-Websites, um gegen andere Schüler mobil zu machen. Online-Mobbing ist zwar eines der brennendsten Probleme, denen Kinder im Internet ausgesetzt sind, es ist bei weitem jedoch nicht das einzige. Beispielsweise machen Teenager miteinander Schluss, indem sie ihren Beziehungsstatus auf ihrer persönlichen Seite ändern – und somit alle Freunde davon erfahren. Oder sie finden heraus, dass sie zu einer Party nicht eingeladen waren, wenn sie ein Video der Party im Internet anschauen, in dem einige ihrer Freunde zu sehen sind.

Auf folgende Warnsignale sollten Sie achten, um zu erkennen, ob Ihr Teenager mit Cyberproblemen zu kämpfen hat. Darüber hinaus finden Sie fachkundige Ratschläge dazu, wie Sie offen mit Ihren Kindern reden und die Probleme lösen können.

Die Warnsignale erkennen

Cyberprobleme äußern sich bei Ihren Kindern möglicherweise auf dieselbe Weise wie andere Probleme, die nichts mit dem Internet zu tun haben – wie Schikanen durch Mitschüler, Trennungen, Gerüchte oder verletzte Gefühle. Mit dem Unterschied, dass sich die Symptome möglicherweise verstärken, wenn sich das Drama im Internet abspielt, so die Experten.

"Interessanterweise können Dinge, die sich online abspielen, tief greifendere Auswirkungen auf Kinder haben als andere Erlebnisse", erklärt Larry Rosen, Dozent an der California State University, Dominguez Hills, und Autor von Me, MySpace and I: Parenting the Net Generation (Palgrave Macmillan). "Zwischen dem Täter und der Person auf der anderen Seite befindet sich dieser harmlose Bildschirm, der einen gewissen Schutz bietet. Wenn Ihre Kinder online von jemandem tyrannisiert werden, den sie nicht kennen, wird dieser kaum zögern, alles zu sagen, was er oder sie sagen möchte. Versteckt hinter der vermeintlichen Anonymität des Bildschirms meint man, sich freier äußern zu können."

Die folgenden Verhaltensweisen können ein Hinweis darauf sein, dass Ihr Kind mit Cyberproblemen wie Online-Mobbing, Cyber-Stalking oder anderen Internetbelästigungen zu kämpfen hat:

  • Geänderte Arbeitsgewohnheiten. Haben sich die Schulnoten Ihres Kindes im letzten Halbjahr verschlechtert? Fällt es plötzlich bei Prüfungen durch? "Vielleicht macht es seine Hausaufgaben nicht mehr so gut wie früher", so Larry Rosen. Das könnte ein Zeichen dafür sein, dass etwas nicht stimmt oder das etwas – oder jemand – Ihr Kind bedrückt.
  • Zu wenig oder zu viel Schlaf. "Möglicherweise schläft Ihr Kind nicht genug oder sträubt sich, zur Schule zu gehen", so Anne Collier, Co-Director von ConnectSafely, einer Website für Eltern, Teenager und Pädagogen, die sich mit den Auswirkungen von sozialen Websites befasst. Niemand möchte mit seinen Peinigern konfrontiert werden. Ihr Kind macht sich möglicherweise Sorgen und kann nicht schlafen. Oder das Gegenteil ist der Fall: Es fühlt sich ausgelaugt und hat ein größeres Schlafbedürfnis aufgrund von Depressionen. "Dies sind Anzeichen für Probleme mit Mitschülern oder anderen Gleichaltrigen", so Anne Collier.
  • Leichte Reizbarkeit. Fährt Ihr Sohn leichter aus der Haut als früher? Ist Ihre Tochter nur noch schnippisch? "Ihre Kinder sind möglicherweise schneller gereizt und geben ständig vor, krank zu sein. Oder sie haben keine Lust, gemeinsam mit der Familie zu Abend zu essen", so Larry Rosen. "Dahinter stecken psychologische Probleme, unter denen Ihre Kinder leiden."
  • Mangelndes Selbstbewusstsein. Online-Mobbing oder -Belästigungen können das Selbstbewusstsein von Teenagern untergraben. "Sie fühlen sich möglicherweise extrem einsam, gedemütigt oder verunsichert und verhalten sich dementsprechend", so Anne Collier.
  • Mehr Zeit im Internet. Wenn Ihnen auffällt, dass Ihr Teenager mehr Zeit als bisher am Computer verbringt – und wenn diese zusätzliche Zeit einige der oben genannten Symptome verursacht – könnte dies ein weiteres Zeichen dafür sein, dass online nicht alles zum Besten steht. Behalten Sie im Auge, wie viel Zeit Ihr Teenager am Computer verbringt. Wenn Sie Änderungen feststellen, sprechen Sie dies offen an. Greifen Sie jedoch nicht übereilt zu drastischen Maßnahmen, indem Sie Ihren Kindern das Internet ganz verbieten, meint Anne Collier, da eine solche Maßnahme aggressives Verhalten oder das Gefühl der Isolation verstärken könnte. Überlegen Sie sich stattdessen, wie Sie die Online-Zeit einschränken können.

Cyberprobleme gemeinsam mit Kindern lösen

Als Ihre Kinder noch kleiner waren, haben Sie mit Ihnen über die Gefahren beim Überqueren der Straße gesprochen. Vielleicht haben Sie auch bereits die Möglichkeit von Mobbing in der Schule angesprochen und sie ermuntert, sich bei Problemen an einen Erwachsenen zu wenden. Auf die gleiche Weise sollten Sie, so der Rat der Experten, mit Ihren Kindern über die Risiken der virtuellen Welt im Internet sprechen.

"Wenn Kinder ein Profil auf Social Networking-Websites erstellen und Freundschaften online schließen, sind auch immer Risiken mit im Spiel", erklärt Larry Rosen. "Vieles kann geschehen, weil das Internet so ist wie es ist. Es vermittelt ein Gefühl der Anonymität, hinter der man sich verstecken kann. Kinder sind sich dieser Gefahren nicht unbedingt bewusst."

Der Umgang mit Cyberproblemen verlangt von Eltern ein offenes Ohr für ihre Kinder. Ihre Kinder müssen wissen, dass sie sich Ihnen jederzeit anvertrauen können. Hier sind einige Tipps, wie Sie mit Ihren Kindern im Gespräch bleiben und gemeinsam mit ihnen Online-Probleme lösen:

  • Sprechen Sie mit Ihren Kindern regelmäßig über ihre Probleme. Larry Rosen schlägt vor, mit einem 15-minütigen Gespräch pro Woche zu beginnen, in dem Sie auch über die Online-Erfahrung Ihrer Kinder sprechen. "Versuchen Sie, das Thema beiläufig anzusprechen", rät er. "Das gemeinsame Abendessen ist ein guter Zeitpunkt für diese Gespräche".
  • Zuhören, Zuhören, Zuhören. "Eltern sollten zirka ein Drittel der Zeit und Kinder zwei Drittel der Zeit zu Wort kommen", so Larry Rosen. "Sie müssen Ihren Kindern wirklich genau zuhören. Denn heutzutage sind sie die Experten. Die meisten Eltern haben dies selbst nie erlebt."
  • "Denken Sie immer daran, dass es weder um Technologie noch um Computer geht", so Anne Collier. "Technologie ist nur ein Hilfsmittel", fügt sie hinzu. "Echtes Online-Mobbing hat mit der Schule zu tun. Der neuen Definition von Online-Mobbing zufolge ist diese Variante mit dem Schulalltag verknüpft."
  • Sprechen Sie mit Ihren Kindern über deren eigenes Verhalten im Internet und in der realen Welt. Studien haben gezeigt, dass die Täter in den meisten Fällen dieselbe Schule wie Ihr Kind besuchen", erklärt Anne Collier. Reden Sie mit Ihrem Kind darüber, welche Probleme sich möglicherweise von der Schule ins Internet verlagert haben. Versuchen sie gemeinsam, die Situation zunächst zu verstehen, bevor Sie weitere Schritte unternehmen, beispielsweise indem Sie Kontakt mit den Eltern eines anderen Kindes aufnehmen oder sich an die Schule wenden.

"Die Cyberprobleme Ihres Kindes zu kennen ist oft schon die halbe Miete", so Anne Collier. "Kinder verkriechen sich allzu häufig in ihrem Schneckenhaus."

Mary Clark nahm die Dr. Phil-Sendung zum Anlass, Ihre Tochter auf das Thema anzusprechen, um Problemen vorzubeugen, bevor sie überhaupt auftreten. "Glücklicherweise glaube ich nicht, dass es für sie bisher ein wirkliches Problem war", sagt Mary Clark.

Elizabeth Wasserman ist eine in Fairfax, Virginia, ans

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