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Neue Ziele

Die neuen Risiken für Jugendliche auf Social Networking-Websites

Von Mary O. Foley

Menschen sind Herdentiere. Der Drang, neue Leute kennen zu lernen, ist in unseren Genen verankert und bei keiner Gruppe so stark ausgeprägt wie bei Jugendlichen. Social Networking-Websites sind in dieser Generation inzwischen zum bevorzugten Treffpunkt geworden.

Es ist leichter als je zuvor, online zu gehen und Informationen auf Social Networking-Websites wie MySpace und Facebook auszutauschen.  Das bedeutet aber auch, dass die intimsten Äußerungen oder digitalen Schnappschüsse eines Jugendlichen innerhalb von Sekunden für eine breite Öffentlichkeit zugänglich werden können. Dass damit erhebliche Risiken verbunden sein können, wird häufig nicht ernst genug genommen.

Erst jetzt werden wir uns so langsam der möglichen Risiken durch Cyberkriminelle und Pädophile bewusst, die auf Social Networking-Websites nach Opfern Ausschau halten. Aber wussten Sie, dass auch potenzielle Arbeitgeber auf diesen Websites nachschauen?  Wissen Ihre Kinder, dass alles, was sie heute veröffentlichen, sie möglicherweise Jahre später bei der Suche nach einem Arbeitsplatz einholen kann?  Oder selbst bei der Bewerbung an einer Universität oder der Suche nach einem Lebenspartner?

Die Welt schaut zu
"Veröffentlichen Sie keine Informationen im Internet, die später gegen Sie verwendet werden können", warnt Nancy Willard, Direktor des Center for Safe and Responsible Internet Use (cyberbully.org). Eine wachsende Zahl von Arbeitgebern und selbst Universitäten durchsuchen Social Networking-Websites, um Kandidaten zu überprüfen, die sich für eine Stelle oder ein Universitätsstipendium bewerben.

Jugendliche sollten nicht nur darauf achten, was sie über sich selbst schreiben, sondern auch auf der Hut sein, was andere über sie schreiben.  So kommt es inzwischen immer häufiger vor, dass ein ehemaliger Freund bzw. eine ehemalige Freundin oder ein Mitschüler eine gefälschte Seite auf diesen Websites erstellt, die eine Person in einem äußerst unvorteilhaften Licht zeigt. Eine weitere Taktik: Persönliche Kontaktinformationen einer Person werden auf Porno-Websites oder anderen jugendgefährdenden Websites veröffentlicht.

Auf Social Networking-Websites -- egal, ob sie sich an Jugendliche oder Erwachsene wenden -- können Sie sich freimütig äußern und andere Menschen mit ähnlichen Interessen treffen. Einige unterliegen jedoch dem Irrtum, dass die Veröffentlichung persönlicher Details über eine wilde Party-Nacht nur von engen Freunden gelesen wird. Dabei kann jeder der fast 700 Millionen Internet-Nutzer weltweit diese Seiten lesen. Und das tun sie auch -- oft mit ernsthaften Folgen.

Bei MySpace muss man sich zwar anmelden, um eine persönliche Seite zu erstellen, und Mitglieder können einschränken, wer die Seite besuchen darf, diese Einstellungen müssen jedoch angefordert werden. Da Jugendliche dies jedoch häufig unterlassen, können viele MySpace-Seiten von praktisch jedem angezeigt werden. Besucher der Website können eine Suche basierend auf der Altersgruppe (nur über 18) oder des Geschlechts zu einem Thema durchführen und mit dem Status "Freund" antworten. Bereits Kinder ab 14 Jahren dürfen eine Seite erstellen.

Sie möchten jetzt am liebsten den Stecker Ihres Heimcomputers aus der Steckdose ziehen? Nancy Willard warnt jedoch: "Das wäre das Falscheste, was Sie tun könnten". Jugendliche finden immer einen Zugang zum Internet. Daher sei es besser, mit ihnen gemeinsam das Problem anzugehen anstatt mit Verboten zu reagieren, meint sie.

Wie Sie die Social Networking-Falle vermeiden können
Hier sind einige Empfehlungen dazu, was Sie beachten sollten, um Social Networking-Websites sicher nutzen zu können und zu verhindern, dass andere einen bleibenden falschen Eindruck von Ihnen und Ihren Kindern erhalten.

  • Glauben Sie nicht alles, was Sie im Internet lesen.
    Seien Sie misstrauisch, wenn jemand zu viel über Sie wissen möchte, übertrieben höflich ist oder zu bemüht ist, Ihnen zu helfen. Dahinter könnte sich ein Krimineller verbergen, der Ihr Vertrauen gewinnen möchte. Vermitteln Sie diese Skepsis auch Ihren Kindern.
  • Achten Sie darauf, was Sie schreiben.
    Schreiben Sie in einem Blog nie darüber, dass Sie Alkohol trinken, Drogen nehmen oder anderen Aktivitäten nachgehen, die bei anderen Missfallen erregen könnten. Überlegen Sie es sich gut, bevor Sie extreme soziale oder politische Ansichten veröffentlichen. Diese Veröffentlichungen könnten von jemandem gelesen werden, mit dem Sie ein Bewerbungsgespräch für eine neue Arbeitsstelle vereinbart haben. "Veröffentlichen Sie nur solche Informationen auf Ihrer MySpace-Seite, die Sie auch bedenkenlos als Anlage Ihrer Bewerbung für ein Universitätsstipendium, eine Arbeitsstelle, ein Praktikum oder eine Sportmannschaft beifügen könnten", meint Parry Aftab, die sich als Rechtsanwältin auf Internet-Sicherheit spezialisiert hat und Geschäftsführerin von WiredSafety.org ist.
  • Schützen Sie den Zugriff auf Ihre Informationen. Wenn Sie Social Networking-Websites nutzen möchten, dann sollten Sie Ihre Informationen nur auf solchen Websites veröffentlichen, auf denen Sie Ihre Einträge mit einem Kennwort schützen können. Auf diese Weise können Sie den Zugriff am einfachsten auf solche Benutzer beschränken, denen Sie den Status "Freund" zugewiesen haben. 
  • Wehren Sie sich gegen Internet-Mobbing.
    Wenn jemand verleumderische Informationen über Sie veröffentlicht, können Sie sich dagegen wehren. Jugendliche sollten Ihren Eltern davon erzählen. Eltern können sich an die Social Networking-Website wenden und eine Beschwerde einreichen. Außerdem besteht immer die Möglichkeit, rechtlich dagegen vorzugehen, wenn diese Aktivitäten überhand nehmen.
  • Kontrollieren Sie, wie Ihre Kinder das Internet nutzen.
    Bitten Sie Ihr Kind, Ihnen seine Profilseite zu zeigen. Zuvor sollte es jedoch genügend Zeit haben, unpassende Einträge zu löschen, rät Parry Aftab. "Auf diese Weise können Sie einem Kind beibringen, was nicht veröffentlicht werden sollte", meint sie. "Auf keinen Fall sollte es jedoch dazu dienen, Ihr Kind bei etwas zu 'erwischen'." Erklären Sie es Ihrem Kind so:  Da bereits 700 Millionen Benutzer die Seite im Internet anschauen können, verletzen Sie nicht seine Privatsphäre, wenn Sie sie ebenfalls ansehen möchten. 

Mary O. Foley ist eine in Virginia ansässige Journalistin, die Artikel zu technischen und wirtschaftlichen Themen schreibt. Sie veröffentlicht Beiträge auf IncTechnology.com und in anderen Publikationen.

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