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Online-Sicherheit für Familien

5 Gesetze, gegen die Ihr Kind bei Online-Aktivitäten verstoßen könnte

Von Jennifer Martinez

Vor nicht allzu langer Zeit war das Leben noch einfacher. Eltern machten sich Sorgen darum, dass ihre Kinder beim Fußball eine Scheibe einschlagen oder im Laden nebenan Süßigkeiten mitgehen lassen. Klingt irgendwie altmodisch, oder?

Das Internet gibt Kindern sehr viel mehr Möglichkeiten, anderen übel mitzuspielen – oder sogar gegen das Gesetz zu verstoßen. Jugendlichen drohen bei illegalen Online-Aktivitäten ernsthafte Konsequenzen. Aber damit ist die Sache oftmals noch nicht erledigt. Denn auch Eltern können haftbar gemacht werden. Als die Musikindustrie beispielsweise entschied, beim illegalen Herunterladen von Musik hart durchzugreifen, nahmen sie die Personen ins Visier, die für den Internet-Dienst zahlten, über den der Download erfolgte. Das bedeutet, dass einige Eltern oder sogar Großeltern in den Klageschriften mit Namen genannt wurden – auch wenn es die Kinder oder Enkelkinder waren, die illegal Musik heruntergeladen haben.

In einem anderen Fall machten zwei Schüler in einem MySpace-Konto falsche und rufschädigende Aussagen über den stellvertretenden Schulleiter. Dieser verklagte die Schüler – und deren Eltern – wegen Verleumdung, übler Nachrede und Verletzung der Sorgfaltspflicht.

Dass Eltern für die Taten ihrer Kinder haftbar gemacht werden, ist nicht neu. Aber mit diesen ersten Internet-Fällen werden ganz neue Wege beschritten. Da immer neue Situationen auftreten, ist es schwierig vorherzusehen, inwieweit Eltern haftbar gemacht werden können. Soviel ist jedoch klar: Eltern wurden bereits zivilrechtlich wegen des Online-Verhaltens ihrer Kinder verklagt. In einigen Staaten in den USA bestehen Gesetze, wonach Eltern für die Online-Aktivitäten ihrer Kinder strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden – ob sie nun von deren Taten wussten oder nicht.

Im Folgenden finden Sie fünf typische Situationen, in denen Kinder in Schwierigkeiten geraten können:

1. Illegales Kopieren von Musik und Software
Kinder können mühelos urheberrechtlich geschützte Musik und Filme herunterladen oder illegale Softwarekopien erstellen. Diese Aktivitäten kommen einem Diebstahl gleich, und die Musikindustrie hat deutlich gezeigt, dass die Eigentümer von urheberrechtlich geschütztem Material nicht davor zurückschrecken, bei einer Verletzung ihres Urheberrechts zu klagen.

2. Verleumdung und üble Nachrede 
Websites wie MySpace geben Kindern und Jugendlichen ein Forum, um sich selbst darzustellen – und dies wird von ihnen ausführlich genutzt. In manchen Fällen geraten die Dinge jedoch außer Kontrolle und diese Sites werden dazu verwendet, um beispielsweise Gleichaltrige oder Lehrer zu attackieren. Diese Angriffe können manchmal eine Klage wegen Verleumdung oder übler Nachrede nach sich ziehen oder zu Disziplinarmaßnahmen in der Schule führen.

3. Programmieren von bösartigem Code
Nicht immer wissen Eltern, was Kinder in ihren Zimmern mit dem Computer anstellen. So ist bekannt, dass Kinder bereits Code für Computerviren geschrieben haben. Einige lassen diesen Code dann auf die Welt los. In einem Fall programmierte ein Jugendlicher einen Wurm, der große Teile des Internets lahm legte. Hier kam es schließlich zu einer strafrechtlichen Verurteilung.

4. Kreditkartenmissbrauch
Geld aus dem Geldbeutel der Eltern zu nehmen, ist eine Sache. Sich die Kreditkarte zu schnappen und auf Online-Einkaufstour zu gehen, rückt dies in eine völlig neue Dimension. Egal, ob Kinder ohne Erlaubnis Musik, Spiele oder Kleidung kaufen – Schulden im Namen einer anderen Person zu machen, ist Identitätsdiebstahl, auch wenn es sich dabei um die eigenen Eltern handelt.

5. Online-Betrugsversuche
Kinder können Dinge kaufen, die sie nicht bezahlen können. Genauso können sie auch versuchen, Dinge zu verkaufen, die sie nicht besitzen. Zum Beispiel ist es ziemlich einfach, ein Online-Auktionskonto zu eröffnen, das Bild vom Fahrrad des Nachbarn einzustellen und es dann online zum Verkauf anzubieten – mit der Absicht, das Geld einzustecken und virtuell abzutauchen.

Damit ihre Kinder nicht in Schwierigkeiten geraten, müssen Eltern einige Regeln festlegen, selbst mit gutem Beispiel vorangehen und ihren Kindern zu verstehen geben, welche Konsequenzen gesetzwidrige Online-Aktivitäten haben können. Hier sind einige Ratschläge, was Sie tun können:

  • Sprechen Sie mit Ihren Kindern 
    Sprechen Sie mit Ihren Kindern darüber, dass ihre Online-Aktivitäten anderen Schaden zufügen können und dass sie selbst – aber auch Sie als Eltern – ernsthaft mit dem Gesetz in Konflikt geraten können. Erklären Sie, welche Arten von Aktivitäten gesetzwidrig sind. Geben Sie Ihren Kindern zu verstehen, dass sie Sie jederzeit fragen können, wenn sie nicht sicher sind, ob eine Aktivität gegen das Gesetz verstößt.

  • Legen Sie einige Regeln fest 
    Legen Sie fest, wie viel Zeit Ihr Kind maximal online verbringen darf. Erlauben Sie nicht, dass Ihr Kind ohne Ihre Erlaubnis oder Ihr Wissen Online-Einkäufe tätigt. Stellen Sie den Computer möglichst in einem allgemein zugänglichen Teil Ihrer Wohnung auf. Ziehen Sie zudem die Einrichtung einer Kindersicherung oder administrativer Kontrollen in Betracht, um den Zugang zu bestimmten Programmen oder Websites einzuschränken. Machen Sie Ihrem Kind unmissverständlich klar, dass Sie gesetzwidriges Verhalten im Hinblick auf das Internet genau so wenig tolerieren wie Diebstahl oder Vandalismus in der Nachbarschaft.

  • Interessieren Sie sich für die Online-Aktivitäten Ihrer Kinder 
    Nachdem Sie ein Gespräch geführt und einige Regeln aufgestellt haben, sollten Sie sich auch weiterhin dafür interessieren, welchen Online-Aktivitäten Ihre Kinder nachgehen. Lassen Sie sich deren Lieblings-Blogs und MySpace-Profile zeigen. Sprechen Sie mit Ihren Kindern über aktuelle Trends und Technologien und wie sie damit umgehen. Versuchen Sie, es möglichst interessant zu machen.

  • Gehen Sie mit gutem Beispiel voran 
    Nehmen Sie Software- und Musikpiraterie ernst. Kommunizieren Sie auf respektvolle Weise mit anderen im Internet. Kurz gesagt: Verhalten Sie sich so im Internet, wie Sie dies auch von Ihren Kindern erwarten. Denken Sie daran, dass sie Sie beobachten und daraus ihre eigenen Schlüsse ziehen.

Jennifer Martinez ist freiberufliche Autorin mit Schwerpunkt im Themenbereich Computer und Familie.

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