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Online-Sicherheit für Familien

Kinder und Online-Werbung

Von Tara Swords

Für Susan McLaughlin war es nicht allzu schwierig zu verhindern, dass ihre Kinder zu vielen Produkten und Ideen durch Werbung ausgesetzt sind. Zunächst einmal hat die 46-jährige Mutter aus San Jose, Kalifornien, in ihrem Zuhause kein Kabelfernsehen installiert. Als sie jedoch zusammen mit ihrer fünfjährigen Tochter die offizielle Webseite zu deren Lieblingsspielzeug besuchte, musste McLaughlin feststellen, dass die Werbewirtschaft ein sehr viel effektiveres Medium gefunden hat, um Kinder zu erreichen: das Internet.

"Auf der Webseite gibt es Spiele und Aktivitäten zum Herunterladen, doch ist es ziemlich offensichtlich, dass diese Webseiten lediglich dazu dienen, möglichst viel zu verkaufen", meint McLaughlin. "Außerdem klickt meine Tochter immer wieder auf Bilder, die sie zu weiteren Spielzeugen führen, für die sie jedoch teilweise noch zu jung ist oder die für Teenager gedacht sind."

In einer kürzlich von der Kaiser Family Foundation durchgeführten Studie wurde festgestellt, dass auf Webseiten in der Tat heftig Werbung betrieben wird, die gezielt Kinder und Teenager anspricht. Schließlich ist das Internet der Traum jedes Werbeprofis: Nur allzu leicht können Kinder dazu gebracht werden, mit Spielen, Cartoon-Figuren und Online-Communitys zu interagieren. Und es sind nicht nur die Spielzeughersteller, die das ausnutzen. Kostenlose Online-Videospiele drehen sich beispielsweise um beliebte Charaktere aus Fernsehsendungen oder enthalten Schleichwerbung. Einige Webseiten für Kinder sind so gestaltet, dass sie wie unabhängige redaktionelle Seiten erscheinen, die darin enthaltenen Ratschläge werben jedoch eindeutig für bestimmte Produkte.

Das Problem ist, dass Kinder häufig nicht erkennen, dass es sich um Werbung handelt -- und vielen Eltern ist meistens nicht bewusst, dass ihre Kinder möglicherweise persönliche Informationen über die Familie preisgeben. Anstatt jedoch direkt den Stecker Ihres Computers aus der Steckdose zu ziehen, so der Rat der Experten, können Eltern die folgenden Maßnahmen zum Schutz ihrer Kinder vor digitalen Werbepraktiken ergreifen:

1. Klären Sie Ihre Kinder über Online-Werbung auf.
Viele jüngere Kinder verstehen nicht, dass die lustigen Webseiten, die sie besuchen, ganz anderen Zwecken dienen. "Eltern sollten ihren Kindern erklären, dass es sich dabei um kommerzielle Webseiten handelt, deren Ziel es ist, eine Markenbindung aufzubauen", meint dazu Warren Nightingale, Spezialist für Medienerziehung beim Media Awareness Network (media-awareness.ca).

Als McLaughlin feststellte, dass die Besuche ihrer Tochter auf der Webseite zu ihrem Lieblingsspielzeug nur dazu führten, dass sie sich jede Woche ein neues Spielzeug wünschte, nutzte sie dies als Gelegenheit für eine Erziehungsmaßnahme. "Ich sage meiner Tochter nicht, dass sie ihr nur ihre Produkte andrehen wollen", so McLaughlin, sondern ich gebe ihr den Rat, dass es besser sei, ihr Geld zusammen zu halten und zu entscheiden, welches Spielzeug sie sich wirklich wünscht."

2. Schützen Sie die persönlichen Informationen Ihrer Kinder. 
Kommerzielle Webseiten, die auf Kinder abzielen, dienen in erster Linie zur Umsatzsteigerung. Eine Methode, dieses Ziel zu erreichen, besteht darin, Informationen über die Vorlieben und Reaktionen der Kinder auf Spielzeuge zu sammeln. Nach dem Gesetz dürfen auf Webseiten auch die E-Mail-Adressen von Jugendlichen ab 13 Jahren erfasst werden, so dass sie auch noch lange nach dem ersten Kontakt als Zielgruppe für Werbung erhalten bleiben.

"In vielen Fällen werden auf diesen Webseiten einige Inhalte kostenlos angeboten. Für spannendere Inhalte, wie beispielsweise eine Umgebung, in der sie an Spielen oder Umfragen teilnehmen können, müssen sie sich jedoch registrieren", erklärt Nightingale. "Für die Registrierung wird jedoch die Eingabe persönlicher Informationen wie Name, Anschrift und E-Mail-Adresse verlangt." Wenn Sie nicht möchten, dass Ihr Kind eine E-Mail-Adresse angibt, sagen Sie dies klar und deutlich. Nightingale schlägt als alternative Maßnahme vor, ein Pseudo-E-Mail-Konto einzurichten, in dem die E-Mails eingehen, die Sie auf keinen Fall öffnen möchten.

Experten raten Eltern außerdem, die Datenschutzrichtlinien von Webseiten zu lesen. Auf Webseiten sollten immer genau angegeben sein, welche Informationen von Kindern erfasst und wie diese Informationen genutzt werden. Sollten diese Angaben fehlen, erklären Sie Ihren Kindern, warum sie sich von diesen Webseiten fernhalten sollten. Achten Sie zudem auf etwaige Siegel, z. B. von Better Business Bureau (bbb.org) oder TRUSTe (truste.org). Diese zeigen an, dass auf der Webseite moralisch einwandfreie Geschäftspraktiken eingehalten werden, also auch der Datenschutz Ihrer Kindern gewahrt wird.

3. Interessieren Sie sich für die Online-Aktivitäten Ihrer Kinder. 
Nightingale rät Eltern, Computer mit Internet-Anschluss nicht im Kinderzimmer aufzustellen, sondern an einer Stelle, wo Eltern die Aktivitäten überwachen können. "Wenn es um digitale Technologien geht, gehen Kinder oft voller Begeisterung darin auf", so Nightingale. "Sie verbringen so viel Zeit damit, dass sie die Experten in der Familie werden. Aber das heißt noch lange nicht, dass sie auch die nötige Lebenserfahrung besitzen, um mögliche Gefahren zu erkennen. Deshalb müssen Eltern eingreifen und sie anleiten."

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind durch bestimmte Online-Werbung ausgebeutet wird, können Sie eine Beschwerde bei der U.S. Federal Trade Commission (ftc.gov) oder bei Advertising Standards Canada (adstandards.com) einreichen. Nightingale rät Eltern auch, sich mit anderen Eltern über das Thema auszutauschen. Dazu gibt es Foren wie Campaign for a Commercial-Free Childhood (commercialexploitation.org).

Oder machen Sie es wie Susan McLaughlin, und nutzen Sie jede sich bietende Gelegenheit, um das Bewusstsein Ihres Kindes zu schärfen. "[Werbetreibende] fügen immer mehr Links zu noch mehr Spielzeugen hinzu, so dass eine Kontrolle kaum möglich ist", meint sie. "Wir haben den Computer im Wohnzimmer in der Nähe der Küche aufgestellt, damit ich sehen kann, was meine Tochter treibt. Sie weiß, dass sie mich vorher fragen muss, bevor sie auf etwas klicken darf."

Tara Swords ist eine in Chicago ansässige Journalistin für die Bereiche Wirtschaft und Technologie, die regelmäßig Artikel in der Chicago Tribune, auf Inc.com, in der Zeitschrift Diversity/Careers in Engineering and Information Technology sowie in anderen US-Publikationen veröffentlicht.

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