Von Mary O. Foley
Inzwischen nutzen Sie Ihren PC für alle möglichen Aufgaben -- vom Versenden von Fotos über Einkaufen im Internet bis hin zum Bezahlen von Rechnungen. Das Internet macht es leicht, eine Antiquität bei eBay zu ersteigern oder einen Hypothekenantrag für Ihr neues Eigenheim über den Cyberspace zu schicken.
Aber Vorsicht! Jede Tastatureingabe -- von Kreditkartennummern bis hin zu Kontonummern -- kann von so genannten Cyberstalkern mithilfe von Keylogger-Programmen erfasst werden.
Keylogger-Programme sind eine Art Spionagesoftware, die beispielsweise Eltern in legitimer Absicht verwenden können, um ein Auge auf die Online-Aktivitäten ihrer Kinder zu haben. Diese Tools werden inzwischen jedoch immer häufiger für illegale Zwecke genutzt. Keylogger-Programme können entweder von einem Stalker manuell oder automatisch über einen Virus, Wurm oder Trojaner auf Ihrem Computer installiert werden. Damit lassen sich Ihre Kontonummern und Kennwörter erfassen, während Sie sie eingeben, so dass Eindringlinge genug Informationen erhalten, um Ihre Bankkonten abzuräumen und in Ihrem Namen Kreditkarten zu beantragen.
David Redekop, Mitbegründer von Nerds on Site, einer Computerreparaturfirma, die zahlreiche Privatanwender zu ihren Kunden zählt, weiß einiges darüber zu berichten. "Einer Kundin von mir, die ein PayPal-Konto besaß, wurde ihr Bankkonto komplett leer geräumt", erzählt Redekop, der seinen Firmensitz in Ontario, Kanada, hat. Seine Kundin verlor 4.000 US$ aufgrund eines Keylogger-Programms.
Keyloggern keine Chance geben
Keylogger-Programme können
auf verschiedene Weise auf Ihren Computer gelangen. Zunächst einmal können sie
manuell installiert werden. Häufiger dringen sie jedoch in Form eines Virus,
Wurms oder Trojaners in einen Computer ein. Diese Arten von bösartiger
Software, auch als Malware bezeichnet, können Ihren Computer über E-Mail oder
ein Dateifreigabesystem wie beispielsweise eine Website für Musik-Downloads
attackieren. Der Besuch unsicherer Webseiten oder das Herunterladen von
scheinbar legitimer Software kann Ihren Computer ebenfalls gefährden.
Hat sich ein Keylogger-Programm erst einmal auf Ihrem Computer eingenistet, bleibt es oft lange Zeit unbemerkt. "Keylogger sind nur sehr schwer aufzuspüren, da sie letztlich das Ziel verfolgen, Daten zu stehlen, ohne selbst entdeckt zu werden", meint Marcus Jakobsson, Privatdozent an der Indiana University School of Informatics und stellvertretender Direktor des Center for Cybersecurity Research der Indiana University. "Wie können Sie herausfinden, ob Ihr Computer mit einem Keylogger-Programm infiziert wurde? Überhaupt nicht."
Redekop meint dazu weiter, dass ein von einem Keylogger infizierter Computer manchmal "instabil wird, aber wenn das passiert, ist es meistens schon zu spät." Glücklicherweise gibt es präventive Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um Keylogger aufzuspüren und unschädlich zu machen oder in Schach zu halten:
1. Installieren Sie ein Antispyware-Programm.
Die gute Nachricht ist, dass Softwarehersteller neue
Erkennungs-Tools entwickelt haben, die Keylogger-Programme und andere Formen
von Spionagesoftware auf Ihrem Computer aufdecken und zerstören können. Die
Preise für diese Produkte liegen zwischen 30 und 50 US$ (oder höher).
Ein wirksames Antispyware-Programm schützt Ihren Computer vor einer Vielzahl
von bekannten Viren und Würmern sowie verschiedenen Formen von
Trojaner-Programmen.
2. Wechseln Sie in den Modus mit eingeschränkten
Benutzerrechten.
Wenn Sie mit dem
Windows XP-Betriebssystem und nicht mit dem brandneuen Windows Vista arbeiten,
ist als Standardeinstellung auf Ihrem Computer wahrscheinlich der
Administrator-Modus eingestellt. Das bedeutet, dass fast jeder etwas auf Ihrem
Computer installieren kann, indem er es heimlich sendet.
Der Wechsel in den eingeschränkten Benutzermodus für die alltägliche Arbeit bietet ein hohes Maß an Schutz vor Keyloggern. Diese Einstellung können Sie ändern, indem Sie die folgenden Schritte ausführen:
Natürlich verfügt der Computer auch weiterhin über ein Administrator-Konto. Melden Sie sich bei diesem Konto an, wenn Sie etwas installieren müssen. Für alle anderen Aufgaben sollten Sie jedoch wieder zu Ihrem eingeschränkten Konto wechseln. "Machen Sie es sich zur Gewohnheit, so zu arbeiten, denn damit können Sie sich vor Keyloggern schützen", meint auch Marcus Jakobsson von der Indiana University.
3. Sagen Sie "Nein" zu Freeware.
Da Keylogger-Programme leicht an Freeware angehängt
sein können, die im Internet angeboten wird (beispielsweise an kostenlose
Bildschirmschoner oder Internet-Beschleuniger), widerstehen Sie der Versuchung,
diese kostenlosen Programme auf Ihrem Computer zu installieren.
"Installieren Sie nur Software von anerkannten Händlern", rät
Jakobsson.
4. Installieren Sie eventuell einen anderen
Web-Browser.
"Internet Explorer
von Microsoft ist bei weitem der am häufigsten verwendete Web-Browser. Das
bedeutet, dass aktuell entwickelte Malware in der Hauptsache Computer angreift,
auf denen Internet Explorer installiert ist", erklärt Redekop. Eine
Möglichkeit, das Surfen im Internet sicherer zu machen, ist daher, einen
anderen Browser zu verwenden. Es gibt eine Vielzahl von Web-Browsern, die
kostenlos heruntergeladen werden können, z. B. Netscape von AOL, Safari
von Apple und der Opera-Browser von Opera Software. "Bei Firefox von
Mozilla wurde bei der Entwicklung in größerem Umfang auf Sicherheit
geachtet", so Redekop. Ein Großteil der vorhandenen Malware (einschließlich
Keyloggern) ist nicht in der Lage, über Firefox in einen Computer einzudringen.
Durch diese Maßnahmen können Sie mit den gleichen Waffen zurückschlagen und mithilfe von Technologie Eindringlinge abwehren, die Keylogger auf Ihrem Computer installieren möchten.
Mary O. Foley ist eine bei Washington D.C. ansässige Wirtschaftsjournalistin. Ihre neuesten Artikel wurden auf IncTechnology.com veröffentlicht.
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