Von Tara Swords
Identitätsdiebstahl nimmt immer mehr zu. Inzwischen wissen viele Benutzer, wie Sie sich davor schützen können, und vernichten ihre Kreditkartenauszüge, wählen Benutzernamen und Kennwörter, die nur schwer zu erraten sind, und überprüfen jedes Jahr ihre Kreditdatenberichte. Aber was können Sie tun, wenn Sie falsche Abbuchungen auf Ihrer Kreditkartenabrechnung finden? Oder von Ihrem Online-Konto unberechtigt Geld abgebucht wurde? Laut Expertenmeinung sollten Sie sofort handeln, um einen Identitätsdieb zu stoppen und sich Ihren Namen wieder zurückzuholen.
Glücklicherweise verfügt das Internet -- dem oft die Schuld für die Zunahme von Identitätsdiebstahl gegeben wird -- auch über zahlreiche Ressourcen, um den Vorfall zu melden und den Schaden wieder zu beheben. Im Folgenden wird beschrieben, wie Sie im Internet Hilfe finden, um sich von durch Identitätsdiebstahl verursachten Schäden zu erholen.
Schritt 1: Finden Sie heraus, welche
Online-Ressourcen bei Identitätsdiebstahl am hilfreichsten sind.
Unter IdentityTheft.org finden Sie hilfreiche Tipps von Mari Frank, einer
Rechtsanwältin und Autorin, die sich auf die Unterstützung von Opfern von
Identitätsdiebstahl spezialisiert hat. Mari Frank hat eigene Erfahrungen zu
diesem Thema, da sie vor mehreren Jahren selbst Opfer eines
Identitätsdiebstahls wurde. Sie weiß, wie bedrohlich ein finanzieller
Identitätsdiebstahl sein kann. Jedoch gibt es Maßnahmen, um die Lage wieder in
den Griff zu bekommen.
Zusätzlich zur Webseite von Mari Frank bietet auch die Webseite des Theft Resource Center (idtheftcenter.org) eine Fülle von Ratschlägen dazu, welche Schritte Sie nach einem Angriff auf Ihre Finanzkonten unternehmen sollten. Dort erhalten Sie detaillierte Informationen, wie Sie bei einem solchen Vorfall vorgehen sollten. Außerdem erfahren Sie, wie Sie Ihre Gefühle wieder unter Kontrolle bringen und mit aufdringlichen Inkassobüros umgehen.
Unter PrivacyRights.org finden Sie weitere Informationen zu Gesetzen, die Ihre Rechte bei einem Identitätsdiebstahl schützen. Einen schnellen Überblick über alle Schritte, die Sie unternehmen können, um sich nach einem Angriff auf Ihre Finanzkonten durch Kriminelle zu wehren, finden Sie unter What To Do When It Happens To You: A Guide for Victims.
Schritt 2: Wenden Sie sich an die Kreditbüros.
Sie müssen nicht Stunden am Telefon
verbringen, um die drei großen Kreditbüros zu benachrichtigen, dass Ihre
Geldbörse oder Post gestohlen wurde bzw. ein Hacker in Ihre Konten eingedrungen
ist. Stattdessen können Sie sich auf deren Webseiten anmelden und anfordern,
dass sie ihr Konto mit einer "Betrugswarnung" kennzeichnen. Unter
Experian.com können Sie ein Online-Formular ausfüllen, mit dem eine 90-tägige
Betrugswarnung zu Ihrem Bankauskunft hinzugefügt wird, während in Ihrem Fall
ermittelt wird. Experian wird dann automatisch die beiden anderen
Organisationen, TransUnion und Equifax, für Sie benachrichtigen. Falls nun
jemand versucht, in Ihrem Namen einen Kredit zu beantragen, ist es aufgrund
Ihrer Betrugswarnung erforderlich, dass der Kreditgeber sich mit Ihnen in
Verbindung setzt und eine Genehmigung von Ihnen einholt.
Über das Internet können Sie auch von jeder Agentur kostenlose Kopien Ihrer Bankauskunft erhalten. Überprüfen Sie diese Berichte genau, und melden Sie alles, was Ihnen verdächtig vorkommt.
Leider ignorieren einige Unternehmen Betrugswarnungen, erklärt Mari Frank. Wenn der Dieb weiterhin Ihren Namen verwendet, sollten Sie für Ihr Konto eine "Sicherheitssperre" einrichten. In diesem Fall kann niemand ohne Ihre Genehmigung auf Ihre Bankauskunft zugreifen.
"Die Sperre ist eine drastischere Maßnahme, die aber auch sicherer ist", meint dazu Mari Frank, Autorin von From Victim to Victor: A Step-by-Step Guide For Ending the Nightmare of Identity Theft. Fragen Sie bei Ihrem Kreditbüros nach, ob Sie berechtigt sind, eine Sperre einzurichten. Um eine Sperre oder eine Betrugswarnung wieder zu entfernen, müssen Sie jedoch unter Umständen einen Brief schreiben und per Post einsenden. Lesen Sie auf der Webseite des Kreditbüros nach, wie in diesem Fall vorzugehen ist.
Schritt 3: Benachrichtigen Sie Ihre Kreditgeber.
Die meisten Finanzdienstleister (also Ihre Kreditgeber) verfügen über
Webseiten. Diese Webseiten ersparen Ihnen einige Arbeit bei der Behebung von
Schäden nach einem Identitätsdiebstahl. Sollte also ein unberechtigter Zugriff
auf Ihr Bankkonto erfolgt sein, suchen Sie auf die Webseite Ihrer Bank nach
Kontaktinformationen oder füllen Sie ein Online-Formular aus, um den Diebstahl
zu melden. Das gleiche gilt für Kreditkartenkonten, Mobiltelefonkonten,
Studentendarlehen oder Hypotheken.
Rufen Sie auf den Webseiten Ihrer Kreditgeber eine Liste der letzten Kontobewegungen auf. Sobald Ihnen diese Informationen vorliegen, rufen Sie bei Ihren Kreditgebern an, um jede verdächtige Abbuchung zu melden, von der Sie wissen oder vermuten, dass sie nicht von Ihnen stammt. Melden Sie auch jedes Konto, das Sie nicht eröffnet, und jeden Kredit, den Sie nicht beantragt haben.
Nachdem Sie die Kreditgeber über einen Kontomissbrauch informiert haben, ändern Sie sofort Ihre Kennwörter und persönlichen Sicherheitsfragen. (Um Zeit zu sparen, können Sie bei einigen Kreditgebern diesen Schritt auch online durchführen.)
Schritt 4: Benachrichtigen Sie die
Sozialversicherungsverwaltung.
Unter SocialSecurity.gov finden Sie
einen Link, um einen ID-Diebstahl zu melden. Auf der Seite wird erklärt, was zu
tun ist. Außerdem werden Sie zu einem Online-Beschwerdeformular der
US-Wettbewerbsbehörde (Federal Trade Commission) (ftc.gov) weitergeleitet. Wenn
der Dieb Ihre Sozialversicherungsnummer gestohlen hat, erscheint es auf den
ersten Blick am einfachsten, eine neue zu beantragen. Diese neue Nummer
ermöglicht Ihnen aber nicht unbedingt einen neuen Start -- möglicherweise
entstehen dadurch nur noch weitere Probleme.
"Sie sollten Ihre Sozialversicherungsnummer nicht ändern, da sie mit so vielen Informationen über Sie verknüpft ist", erklärt Frank. "Wenn Sie sie ändern, wird sie trotz allem mit Ihren anderen Informationen (und Ihrer alten Sozialversicherungsnummer) verknüpft, was umso verdächtiger erscheint."
Schritt 5: Wenden Sie sich an den U.S.Postal
Inspection Service.
Wenn Ihre Identität auf irgendeine Weise über den Postweg gestohlen wurde, oder
wenn Sie vermuten, dass jemand ohne Ihre Erlaubnis Ihre Postanschrift geändert
hat, besuchen Sie USPS.com, und klicken Sie auf den Link "Miscellaneous
Forms" (usps.com/forms/miscforms.htm). Füllen Sie dann das Formular
"Mail Fraud Report" aus.
Aber erwarten Sie nicht, dass die Behörden den Fall für Sie lösen werden, meint Frank. "Auf Webseiten wie consumer.gov/idtheft wird Ihre Beschwerde zwar entgegengenommen, aber es wird nichts unternommen, um Ihnen zu helfen", erklärt Frank. "Die Leute sind oft frustriert, weil nichts unternommen wurde."
Stattdessen sollten Sie selbst alles unternehmen, um den Fall zu klären, rät Frank. Bleiben Sie regelmäßig in Kontakt mit den Behörden oder Kreditgebern, die Ihren Fall untersuchen. Weigern Sie sich, die durch den Betrug entstandenen Kosten zu zahlen. Dokumentieren Sie jedes Gespräch zu Ihrem Fall. Notieren Sie Datum und Uhrzeit sowie was besprochen wurde und mit wem Sie gesprochen haben.
Schritt 6: Zahlen Sie nicht, bis die strittigen
Punkte geklärt sind.
So lange Zahlungen aufgrund von Betrug strittig sind, sollten Sie nicht zahlen.
Das US-Bundesgesetz schützt die Opfer von ID-Diebstahl vor allzu fordernden
Kreditgebern und, noch schlimmer, aufdringlichen Inkassobüros. Wenn
Schuldeneintreiber ständig bei Ihnen anrufen, erklären Sie die Situation
mündlich und schriftlich. Fordern Sie sie außerdem auf, eine schriftliche
eidesstattliche Erklärung zu dem Betrug auszufüllen.
Wenn Ihnen so etwas passiert ist, besuchen Sie Privacyrights.org. Hier erhalten Sie weitere Tipps, wie Sie mit Schuldeneintreibern umgehen können. Außerdem stehen eine Reihe von Beispielbriefen zur Verfügung (siehe Fact Sheets > Debt Collection Practices).
Mari Frank hat nach dem Diebstahl ihrer Identität nach eigenen Angaben über 500 Stunden aufbringen müssen, um Firmen zu kontaktieren, ihren Fall zu organisieren und unrechtmäßige Zahlungen abzuwenden. Sie meint jedoch, dass man mit etwas Ausdauer und Nachforschungen seine Identität wieder zurückerhalten könne. Und wenn Sie die verfügbaren Online-Ressourcen genutzt haben, können Sie hoffentlich nicht nur den Identitätsdiebstahl bei Ihren Finanzkonten wieder beheben, sondern haben dabei auch noch Zeit gespart.
Tara Swords ist eine in Boston ansässige Journalistin, die regelmäßig Artikel zu technischen und wirtschaftlichen Themen schreibt.
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