Von Kim Boatman
Die Installation einer eigenen Alarmanlage war bisher eher ein einschüchterndes Unterfangen, das jede Menge Drähte und Know-how erforderte. Doch dank innovativer Technologien ist der Schutz Ihres Heims mit einer Alarmanlage mittlerweile kaum noch komplizierter als eine Briefmarke auf einen Umschlag zu kleben.
"Wir haben einen langen Weg hinter uns – angefangen von der Oma im Schaukelstuhl mit der Knarre in der Hand über die unterschiedlichsten Abzäunungen bis hin zu einer Vielzahl hervorragender Drahtlostechnologien", erläutert der in Boston ansässige Sicherheitsexperte und Berater Robert Siciliano.
Mit den Systemen, die neu auf den Markt kommen, können Sie:
Ihr Heim aus der Ferne über das Internet überwachen
Alarmanlagen per Fernsteuerung ein- und ausschalten
Alarmmeldungen an Ihr Mobiltelefon oder Smartphone weiterleiten
Videos und Fotos aus der Ferne ansehen
Zwischen relevanten und nicht relevanten Videoinhalten unterscheiden – z. B. ein vor Ihrem Haus anhaltendes Auto im Vergleich zu einem Kind, das auf einem Fahrrad vorbeifährt.
Sensoren, drahtlose Verbindung und das Internet
Systeme wie InGrid Home Security nutzen Ihre Breitband-Internetverbindung und ermöglichen so den Einsatz modernster drahtloser Telekommunikation im Bereich der Heimsicherheitstechnik, erläutert Fred Siegel, Chief Marketing Officer des in Berlin, Pennsylvania,ansässigen Unternehmens. 2-Wege-Digitalsensoren übermitteln ein Signal an den Grid-Controller in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung – ähnlich wie Mobiletelefone Ping-Signale an den Handymast senden. "Es bedeutet, das Beste, was die Drahtlostechnologie zu bieten hat, so anzupassen, dass sie optimal für den Schutz und die Sicherheit im Alltag eingesetzt werden kann", so Fred Siegel.
Kommen wir nochmals auf den oben erwähnten Briefmarkenvergleich zurück, um dieses Konzept zu verdeutlichen. Das InGrid-System verwendet 1 Zoll große quadratische Sensoren, die von einer für eine Laufzeit von 10 Jahren entwickelten Knopfzellenbatterie betrieben werden. Die Installation ist ganz einfach: Sie ziehen die Sensoren ab und bringen sie an beliebigen Stellen an Türen und Fenstern an. Sie können den Sensor nach dem Standort benennen, so dass Sie beim Anzeigen von Informationen im Web-Portal des Unternehmens sofort wissen, welcher Sensor einen Alarm ausgelöst hat. Solange die Sensoren vor Feuchtigkeit geschützt sind, können sie auch außen angebracht werden – beispielsweise am Gartentor. So wissen Sie sofort, ob jemand versucht hat, sich Zutritt zu verschaffen.
Systeme wie InGrid sind außerdem erweiterbar, so dass Sie weitere Sensoren hinzuzufügen können. Dies ist nach Meinung von Experten ein wichtiger Aspekt. Sie könnten beispielsweise weitere Sensoren hinzufügen, wenn Sie Ihr Haus renovieren. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Sie Sensoren an andere Stellen im Haus oder in der Wohnung verschieben und an Ihre Anforderungen anpassen können. Die Installation des eigentlichen Systems ist als "Plug-and-Play"-Lösung konzipiert", erläutert Fred Siegel. Das bedeutet, dass sich das System problemlos installieren lässt.
Zudem können Sie an Ihrem Hauptwohnsitz und in einem Ferienhaus installierte Systeme gemeinsam verwalten", erklärt Fred Siegel. Beides können Sie als Einheit über das Internet überwachen und Warnmeldungen für beide Standorte empfangen.
Videoüberwachung
In kürzester Zeit nachprüfen zu können, was zu Hause vor sich geht, ist ein wichtiger Aspekt der Heimsicherheit. Durch die Installation von Kameras im System von InGrid können Sie das System so einstellen, dass in bestimmten Abständen Momentaufnahmen oder Videos aufgezeichnet werden.
In diesem Monat kommt mit Archerfish, einem Produkt der Cernium Corp., ein so genanntes intelligentes Videoüberwachungssystem auf den Markt. Archerfish durchsucht mithilfe einer Identifizierungssoftware Videoaufnahmen, die mit Kameras in Ihrem Heim aufgenommen wurden. Bei wichtigen Vorkommnissen leitet Archerfish entsprechende Nachrichten an Ihr Mobiltelefon, Ihre E-Mail oder Ihr Web-Portal weiter. Dazu erstellen Sie ein Profil, um u. a. festzulegen, über welche Vorfälle Sie informiert werden möchten, zu welcher Tageszeit eine Benachrichtigung erfolgen soll oder wie viel Videosequenz Sie auswerten möchten. "Sie ersparen sich somit die Auswertung, wenn keine Aktivitäten gemeldet werden", so Craig Chambers, Cernium CEO. "Sie erhalten nur solche Informationen, die für Sie relevant sind."
Überwachungsanwendungen
Die Flexibilität der modernen Drahtlostechnologie bietet Ihnen noch weitere Möglichkeiten als nur Ihr zu Hause vor Einbrechern zu schützen. So können Sie kontrollieren, wann Ihre Kinder nach Hause kommen oder Ihre Putzfrau kommt und geht. Sie können den Barschrank und Schubladen überwachen lassen oder sogar einen Sensor zur Erkennung von Wasserschäden an einem Heißwasserboiler anbringen. Temperatursensoren lassen Sie wissen, ob ein Heizungssystem ausgefallen ist. InGrid bietet darüber hinaus einen Glasbruchsensor an, der Sie benachrichtigt, wenn eine Glasschiebetür oder ein großes Bild eingeschlagen wird.
Fred Siegel geht davon aus, dass künftig Anwendungen entwickelt werden, die es betagten Familienmitgliedern ermöglichen, selbstständig in ihrer Wohnung zu leben, da Sie beispielsweise per Kamera überwachen könnten, wann ein Arzneischränkchen oder ein Kühlschrank geöffnet werden. Wird die Tür des Medizinschränkchens nicht geöffnet, wissen Sie sofort, dass Ihre betagte Mutter ihre Medikamente nicht eingenommen hat.
Worauf Sie achten sollten
Informieren Sie sich gründlich, welche Leistungen Sie für Ihr Geld erhalten. Möglicherweise bezahlen Sie eine monatliche Gebühr für die Überwachung, doch oft sind Sie selbst dafür zuständig, im Ernstfall die zuständigen Stellen zu benachrichtigen. Obwohl preisgünstige Systeme den Markt überschwemmen, sollten Sie nicht am falschen Ende sparen, so Robert Siciliano Es lohnt sich beispielsweise, in eine bessere Video- oder Fotoqualität zu investieren. Wenn Sie Überwachungsaufnahmen über ein Web-Portal auswerten, sollten Sie das Kennwort schützen. Informieren Sie sich in Verbraucherzeitschriften über das System, das Sie in die engere Wahl ziehen. Was Sie suchen, ist ein effektives, einfach zu installierendes System, das keine störenden Fehlalarme auslöst.
"Im Allgemeinen funktionieren diese Systeme völlig problemlos", meint Robert Siciliano. "Das einzige Problem, das auftreten kann, ist die Investition in eine Technologie, die für den Ernstfall nicht gerüstet ist."
Kim Boatman ist eine in Silicon Valley, Kalifornien, ans
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