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Online-Sicherheit für Familien

Jugendliche und Multiplayer-Spiele

Von Mary O. Foley

Bei Videospielen hat sich seit Pac-Man einiges getan. Die heutigen Spiele sind komplexer und multidimensionaler als je zuvor. Aber vor allem: Über das Internet können Spieler mit andern Spielern aus der ganzen Welt spielen.

Diese schöne neue Welt der Videospiele birgt für Jugendliche jedoch auch einige neue Risiken. Die neuesten Spiele sind mit phantastischen Grafiken vollgestopft, doch sind viele dieser Grafiken auch sehr brutal. In interaktiven Multiplayer-Spielen können Spieler die Kontrolle über die Hauptfigur des Spiels übernehmen und sein Verhalten steuern. Häufig ist es das Ziel beliebter Spiele wie World of Warcraft oder GunZ, den Gegner auf grausamste Weise zu töten.

Mithilfe neuer Technologien wie Xbox Live können Xbox-Benutzer zudem ihr Gerät mit dem Internet verbinden und sich über Kopfhörer und Mikrofon mit anderen Mitspielern in Echtzeit unterhalten. Doch ohne Datenschutz, bei unzensierter Sprache oder durch schlechtes Benehmen anderer Mitspieler kann selbst bei Spielen, die für alle Altersstufen freigegeben sind, aus dem Spiel sehr schnell ernst werden.

Die Risiken von Online-Spielen
Studien von Gruppen wie National Coalition of Television Violence belegen, dass zwischen Gewalt in den Medien und dem Verhalten von Kindern ein negativer Zusammenhang besteht. Von führenden Videospieleherstellern finanzierte Untersuchungen bestreiten diese Zusammenhänge. Das starke Medienecho, das Tragödien wie der Amoklauf an der Virginia Tech-Universität 2007 oder an der Columbine Highschool 1999 auslöste, hat die Besorgnis über die wachsende Jugendgewalt weiter verstärkt.

Ein weiteres Risiko: Jugendliche geben einem Mitspieler, den sie nicht kennen, möglicherweise zu viele Informationen preis, beispielsweise ihren Namen oder ihre Anschrift, und gefährden so ihre eigene Sicherheit. Der Mitspieler, den Ihr Kind zu kennen meint, könnte ein gefährlicher Krimineller sein. Falls Ihr Kind die falschen Informationen weitergibt, könnte ein Pädophiler oder ein Mitspieler, der sich über ein verlorenes Spiel ärgert, das zu weit ging, leicht den Weg bis vor Ihre Haustür finden.

Und nicht zuletzt: Videospiele machen süchtig, meint Dr. Dave Greenfield, ein in West Hartford, Connecticut-ansässiger Psychologe, Gründer des Center for Internet Behavior und Autor des Buchs Virtual Addiction. "Diese Spiele stören das Wahrnehmungsvermögen im Alltag. Sie verändern die Einstellungen von Kindern zu Gewalt, erhöhen die Schwelle für Stimulationen und reduzieren ihr Interesse an den Feinheiten des gesellschaftlichen Miteinanders", warnt er. "Das Hauptproblem sehe ich jedoch darin, dass Jugendliche und junge Erwachsene, die diese Spiele spielen, häufig zu Schulversagern werden."

Wie Sie Ihre Kinder schützen können
Im Gegensatz zu jüngeren Kindern finden Jugendliche, die diese Spiele unbedingt spielen möchten, immer einen Weg, um der elterlichen Kontrolle zu entgehen. Was können Sie als Eltern also tun?  Im Folgenden finden Sie einige praktische Tipps, wie Sie Ihre Kinder schützen können:

1. Informieren Sie sich darüber, welche Spiele Ihr Kind spielt. 
Überprüfen Sie alle Spiele, bevor Ihre Kinder sie spielen dürfen, und stellen Sie Computer in den gut sichtbaren Bereichen Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses auf. "Nie sollten Computer im Kinderzimmer stehen", meint Dave Greenfield.

2. Setzen Sie Grenzen.  
Legen Sie eine bestimmte Zeit fest, wie lange Ihre Kinder Videospiele spielen dürfen -- dazu gehören Spiele auf jeder Art von Bildschirm, von Computern über Fernseher bis hin zu tragbaren Geräten. Lassen Sie sie nicht von einem Bildschirm zum nächsten wechseln, rät Dave Greenfield.

3. Bieten Sie Ihrem Kind Alternativen.  
Schaffen Sie einen Ausgleich im Alltag Ihres Kindes, indem Sie darauf achten, dass es noch anderen Aktivitäten als Videospielen nachgeht.  Dazu gehören Freizeitmöglichkeiten wie Sport, soziale und religiöse Aktivitäten, Hobbies oder ehrenamtliche Tätigkeiten.

4. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Datenschutz.  
Ihr Kind sollte wissen, welchen Risiken es sich aussetzt, wenn es persönliche Informationen an andere Mitspieler weitergibt. Machen Sie Ihrem Kind klar, dass es einem anderen Spieler oder einer Person, die es online kennen gelernt hat, nie ein persönliches Treffen außerhalb des Internets vorschlagen oder einem solchen Treffen zustimmen sollte.

5. Bestehen Sie auf Xbox Live-Kontrollen.  
Falls Ihr Kind Xbox Live und ähnliche Spiele spielt, sollte der Ton des Spiels ausgeschaltet werden.  So lässt sich verhindern, dass es Schimpfwörtern oder Beleidigungen ausgesetzt bzw. verleitet wird, eine Telefonnummer oder andere persönliche Informationen auszuplaudern.

6. Haben Sie immer ein offenes Ohr für Ihr Kind.  
Signalisieren Sie Ihren Kindern, dass sie jederzeit zu Ihnen kommen können, wenn sie Probleme oder Bedenken hinsichtlich der Mitspieler haben, die sie kennen lernen.

Dr. Greenfield ist der Ansicht, dass Eltern Ihre Kinder am besten schützen können, indem Sie ihnen gesunde Alternativen zum Computer anbieten. Allerdings müssen Eltern auch bereit sein, die Mühe auf sich zu nehmen und diese alternativen Aktivitäten zu organisieren. "Seien wir doch ehrlich: Der Computer ist nun mal ein bequemer Babysitter", meint er.

Mary O. Foley ist eine bei Washington D.C. ansässige Wirtschaftsjournalistin. Ihre neuesten Artikel wurden auf IncTechnology.com veröffentlicht.

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