Von Kim Boatman
Das Internet ist aus dem Alltag unserer Kinder kaum noch wegzudenken. Es dient nicht nur als Tool für die Hausaufgabenrecherche, zur Unterhaltung und zum Knüpfen sozialer Kontakte, sondern ist für Kinder außerdem die erste Anlaufstelle, um ihre Neugier zu befriedigen. Wie können Sie sich jedoch sicher sein, dass Ihr Kind etwas über die Lemuren auf Madagaskar lernt und nicht auf verbotenes Online-Territorium gerät? Wie schützen Sie Ihr Kind vor unerwünschten Inhalten wie Pornographie, Drogen und Hasspropaganda? Und wie überwachen Sie seine Kommunikation?
Die meisten Eltern möchten den Zugriff ihrer Kinder auf das Internet zumindest in gewissem Umfang kontrollieren. Obwohl Softwarefilter schon längere Zeit verfügbar sind, gibt es für Eltern immer mehr Möglichkeiten, die Online-Aktivitäten ihrer Kinder zu überwachen. Sowohl das neue Vista-Betriebssystem von Microsoft als auch das neue Mac OS X Leopard von Apple verfügen über eine integrierte Kindersicherungsfunktionen. Auch Internet-Dienstanbieter bieten oft Kindersicherungsfunktionen an. Und eine Fülle von kommerziellen Softwarefiltern ist auch weiterhin verfügbar.
"Für Eltern hat sich bewährt, Softwarelösungen zu installieren, mit denen sie die Aktivitäten ihrer Kinder im Internet überwachen können", so Ron Teixeira, Executive Director der gemeinnützigen National Cyber Security Alliance.
Es gibt mehrere Bereiche, in denen Sie die Online-Aktivitäten Ihres Kindes per Kindersicherung in die gewünschten Bahnen lenken können:
Schränken Sie den Zugriff auf Websites ein. Möglicherweise sollten Sie Ihrem Kind den Zugriff auf bestimmte Websites erlauben, für andere Websites hingegen eine Zugangssperre definieren. Auch das Herunterladen von Dateien sollte nach Möglichkeit eingeschränkt werden. Der Zugriff auf Websites mit anstößigen Inhalten, z. B. Gewalt, Pornographie oder Hasspropaganda, lässt sich ebenfalls beschränken.
Kontrollieren Sie den Zugang zu Computerspielen. Einige Filter, darunter die integrierten Kontrollfunktionen in Microsoft Vista, bieten Eltern die Möglichkeit, den Zugriff auf Computerspiele zu steuern. Sie können nicht nur Alterseinstufungen und Spielkategorien auswählen, sondern auch gezielt die Spiele angeben, die Sie zulassen oder blockieren möchten.
Setzen Sie zeitliche Grenzen. Bei zahlreichen Programmen können Sie festlegen, wie lange Ihre Sprösslinge maximal am Computer sitzen dürfen, oder Sie können die Nutzung sogar auf bestimmte Tage oder Stunden beschränken.
Schränken Sie den Zugriff auf Programme ein. Sie können bestimmte Programme für den Zugriff durch Ihre Kinder blockieren, so dass sie nicht mehr ausgeführt werden können. Dazu gehören beispielsweise Dateiaustauschprogramme, über die Ihre Kinder illegal Musik und Filme herunterladen könnten.
Überwachen Sie die Internet-Aktivitäten. Eltern haben die Möglichkeit – je nach verwendetem Programm – praktisch jede einzelne Aktion, die ihr Kind auf dem Computer ausführt, zu überwachen, einschließlich gesendete und empfangene E-Mails, ausgetauschte Instant Messaging-Nachrichten und besuchte Websites.
So
richten Sie die Kindersicherung ein
Sowohl
die Microsoft- als auch die Mac-Kindersicherung sind so ausgelegt,
dass Kinder über eigene Konten verfügen. Die
Kontrollfunktionen können an die Altersstufe eines jeden Kindes
in der Familie angepasst werden.
Um die Kindersicherung in Microsoft Vista einzuschalten, klicken Sie auf die Schaltfläche "Start" und dann auf "Systemsteuerung". Klicken Sie unter "Benutzerkonten" auf "Jugendschutz einrichten". Stellen Sie sicher, dass für Ihr Kind ein Standardbenutzerkonto eingerichtet wurde, bevor Sie die Kontrollfunktionen aktivieren.
Auf einem Mac-System benötigt Ihr Kind ebenfalls ein Konto. Klicken Sie dann auf "Systemeinstellungen" und "Konten". Klicken Sie auf das Konto, und aktivieren Sie dann das Kontrollkästchen neben der Option zum Einschalten der Kindersicherung. Sie können die Kindersicherung öffnen, um die gewünschten Konfigurationen einzustellen.
Was die Kindersicherung betrifft, kann es leicht passieren, dass Eltern angesichts der Vielzahl von Optionen, die in den zahlreichen Filtern verfügbar sind, den Überblick verlieren. Daher ist es wichtig – so der Rat der Experten – dass Sie sich überlegen, auf welche Funktionen Sie den größten Wert legen, welche Bedeutung Sie der Privatsphäre Ihres Kindes zumessen und wie viel Zeit Sie in die Überwachung der Online-Aktivitäten Ihres Kindes investieren möchten. Einige Programme sind beispielsweise so restriktiv, dass Kinder keinen Zugriff auf das erhalten, was eigentlich nützliche Fakten zu medizinischen Themen wären, um nur ein Beispiel zu nennen. Oder wenn Sie noch an Ihrem Arbeitsplatz sind und Ihr Kind nach Schulschluss seine Hausaufgaben erledigen muss, wird es möglicherweise daran gehindert, weil Sie nicht anwesend sind.
Sobald Sie eine genauere Vorstellung davon haben, in welche Bahnen Sie die Online-Aktivitäten Ihres Kindes lenken möchten, lohnt sich eventuell ein Besuch der Website "GetNetWise" der Internet Education Foundation (IEF). Diese gemeinnützige Organisation aus Unternehmen der Internet-Branche und öffentlichen Interessensgruppen unterhält auf ihrer Website eine Datenbank, in der Sie die Funktionen, auf die es Ihnen in einem Softwarefilter ankommt, auswählen können. Die Website stimmt dann Ihre Auswahl auf eines der 75 bis 100 im Handel erhältlichen Produkte ab, so Ali Rodway, Programmdirektor des IEF.
Filter
sind keine Universallösung
Natürlich
ist keine Kindersicherung wirklich hundertprozentig kindersicher,
ganz gleich, wie gut der Filter ist, meint Ali Rodway. "Es gibt
keine Universallösung. Kein Produkt bzw. keine Methode kann Ihre
Kinder hundertprozentig schützen. Kinder von heute sind schlau –
und sie sind technisch versiert."
Eine Mutter aus Kalifornien, die anonym bleiben möchte, war verärgert, als sie feststellen musste, dass ihr Sohn Websites mit pornographischem Inhalt besucht hatte. Sie achtet jetzt darauf, dass ihr Sohn den Computer nur noch im Gemeinschaftszimmer der Familie benutzt. "Wir verwenden die Filter für Beobachtung und fehlende Privatsphäre, so die Mutter. Aber ihr Sohn weiß auch, dass seine Eltern alle von ihm besuchten Websites nachträglich überprüfen.
Ihr Kind über sicheres und intelligentes Online-Verhalten aufzuklären ist genauso wichtig wie die Verwendung einer Kindersicherungssoftware, meint dazu Ron Teixeira. Kinder haben oft unbeaufsichtigt Zugang zum Internet, sei es von einem Handy aus, über den Computer von Freunden oder in Cafés.
"Ich würde auf eine Kombination aus Technologie und Aufklärung setzen", so Ron Teixeira. "Technologie allein löst nicht alle Probleme. Ab einem bestimmten Punkt muss man einfach clever sein und wissen, wo es im Internet lang geht.".
Kim Boatman ist eine in Silicon Valley, Kalifornien, ans
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