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Social Networking-Missbrauch
Von Michelle V. Rafter
Die Nachricht sieht wie jede andere
E-Mail eines Facebook-Mitglieds aus, das gerne in Ihren virtuellen
Freundeskreis aufgenommen werden möchte. Bei genauerem Hinsehen
fällt Ihnen jedoch auf, dass der E-Mail eine Datei beigefügt ist –
Sie doppelklicken darauf, und schon haben Sie einen Trojaner
heruntergeladen.
Willkommen zur neuesten Variante des
Internetbetrugs – dem Social Networking-Missbrauch. Da auch
Spammern und Internetkriminiellen die Beliebtheit von Facebook und
anderen sozialen Netzwerken nicht entgangen ist, haben sie ihre
hinterhältigen Aktionen in neue virtuelle Bahnen gelenkt.
Social Networking-Websites wie Facebook
und MySpace sind in der Tat ein immer beliebteres Angriffsziel.
Social Networks sind der optimale Nährboden für bösartigen Code,
da sie über eine große Zahl von Benutzern verfügen, einen guten
Ruf haben und offene Softwareanwendungen unterstützen. Das heißt,
jeder einigermaßen versierte Programmierer kann – guten oder
schlechten – Code schreiben, der innerhalb des Social Networks
funktioniert.
Der durchschnittliche Internetbenutzer
hütet sich aus Sicherheitsgründen schon lange davor, E-Mails von
Fremden zu öffnen – doch was die Schliche der Social
Network-Betrüger betrifft, fehlt es ihm noch an Wissen.
Schützen Sie sich vor diesen Social
Networking-Tricks
Unwissenheit ist jedoch kein Segen, da
diese neuen Formen des Social Networking-Betrugs wie Unkraut aus dem
Boden schießen. Zu den neuesten Varianten gehören:
- E-Mail-Fälschung. Wie in dem oben
bereits erwähnten Facebook-Beispiel beschrieben scheint diese
harmlos wirkende E-Mail-Nachricht von einem legitimen Social
Network-Konto zu stammen. Und wie im Beispiel oben wurde dieser
E-Mail eine ZIP-Datei beigefügt, die angeblich ein Bild des Freundes
enthält, der die Anfrage an Sie richtet. Doch sobald Sie die E-Mail
öffnen, setzt der Anhang sofort irgendeinen Virus frei,
beispielsweise einen Trojaner. E-Mail-Fälschungen sind weder auf
Facebook noch auf die englische Sprache beschränkt. Mitte Oktober
wurde eine bösartige Kampagne mit gefälschten E-Mails auf der
spanischen Social Netzworking-Website Hi5 gemeldet.
- Die Phishing-Kampagne. Ähnlich wie
eine gefälschte E-Mail verfügt auch diese E-Mail im Nachrichtentext
über eine scheinbar legitime Login-Seite für Facebook oder ein
anderes Social Network. Doch ist sie in Wirklichkeit nur Fassade für
eine Phishing-Website, die darauf abzielt, ahnungslosen Besuchern
persönliche Daten wie Kennwörter oder Kontonummern zu entlocken.
- Der YouTube-Trick. Bei dieser
Betrugsvariante richten Spammer legitime YouTube-Profile ein, mit
denen sie für Produkte und Dienstleistungen werben, darunter
jugendgefährdendes Material. Spammer laden andere YouTube-Mitglieder
per E-Mail ein, in ihr Profil reinzuschauen. Klickt ein Benutzer auf
den Link, gelangt er zu einem echten YouTube-Profil, das kaum mehr
ist als Werbung – manchmal mit sehr gewagtem Inhalt –
mit Links zur Website des Spammers.
- Der Flash-Angriff. Der auch als
Win32/Koobface bezeichnete Flash-Virus verdankt seinen Namen Adobes
Flash-Plugin. Dieses Modul wird von Internetnutzern zum Abspielen von
Videos in ihren Web-Browsern heruntergeladen. Der Virus verbreitet
sich, indem er Spam-Nachrichten mit Texten wie "Paris Hilton
Tosses Dwarf on the Street" vom infizierten Facebook- oder
MySpace-Konto eines Benutzers an dessen Kontaktliste sendet. Wenn ein
Benutzer, dem die E-Mail zugestellt wird, auf einen Link klickt, um
das Video abzuspielen, wird stattdessen ein Wurm heruntergeladen, der
sich selbst in das Windows-Verzeichnis des betreffenden Computers
kopiert und den Kreislauf erneut in Gang setzt.
Kluge Köpfe schützen sich!
Der Schlüssel zur Vermeidung von
Social Network-Fallen liegt in der sorgfältigen Auswahl der
Personen, mit denen Sie Verbindungen knüpfen, so Krista Canfield,
Public Relations Managerin für LinkedIn, einer Social
Networking-Website zur Pflege von Geschäftskontakten, die
25 Millionen Mitglieder zählt. Im Idealfall sollten Sie
Einladungen zur Kontaktaufnahme nur von Personen akzeptieren, die Sie
außerhalb des Internets getroffen haben, mit denen Sie
zusammengearbeitet haben oder zur Schule gegangen sind oder deren
Bekanntschaft Sie auf andere Weise gemacht haben, so Krista Canfield.
Auf diese Weise gewinnen Sie eine bessere Kontrolle darüber, wer Ihr
Profil sehen und Sie kontaktieren kann. Und da Direktkontakte auf der
LinkedIn-Website Ihre E-Mail-Adresse sehen können, "sollten Sie
nur mit Benutzern Kontakt aufnehmen, denen Sie vertrauen, um so Ihre
Kontaktinformationen besser zu schützen", erläutert Krista
Canfield.
Hier noch einige weitere Tipps für
Ihre Sicherheit:
- Verzichten Sie beim Erstellen oder
Aktualisieren Ihres Profils in einem Social Network auf die Angabe
persönlicher Informationen wie E-Mail-Adresse oder Telefonnummer.
- Wechseln Sie von HTML zu textbasierter
E-Mail. Kurze Zeichenfolgen von bösartigem Code können in die zur
Erstellung von HTML-Nachrichten verwendete Programmiersprache
geschrieben werden – und werden dann heruntergeladen, sobald
Sie die Nachricht anzeigen. Wenn Sie nicht wechseln möchten, sollten
Sie E-Mail-Nachrichten mit der Vorschaufunktion Ihres
E-Mail-Programms ansehen, bevor Sie sie öffnen.
- Um Hacker von Ihren sozialen Netzwerken
fernzuhalten, wählen Sie schwer zu erratende Kennwörter. Die besten
Kennwörter sind mindestens 8 bis 10 Zeichen lang und
enthalten Groß- und Kleinbuchstaben kombiniert mit Ziffern und
Symbolen. Definieren Sie ein eigenes Kennwort, oder informieren Sie
sich online auf Websites für die Kennwortverwaltung wie
beispielsweise RoboForm. Verwenden Sie unterschiedliche Kennwörter
für unterschiedliche Konten, und speichern Sie sie in einem
Kennwortarchiv wie KeePass oder Password Corral.
- Wenn Sie sich mit einem Computer, der
von mehreren Personen genutzt wird – beispielsweise am
Arbeitsplatz oder in der Bibliothek – bei einem Social Network
einloggen, achten Sie darauf, dass Sie sich nach Abschluss Ihrer
Sitzung ordnungsgemäß bei Ihrem Konto abmelden.
- Wenn Ihre vertraulichen Daten gefährdet
sind oder Sie vermuten, dass etwas nicht stimmt, melden Sie den
Vorfall dem Technologiesupport des Social Networks.
Letztendlich ist Angriff die beste
Verteidigung, so die Meinung der Experten. Achten Sie deshalb darauf,
die neueste Sicherheitssoftware zu installieren und auf dem neuesten
Stand zu halten. Dies ist der erste Schritt zum Schutz Ihrer Person
und Ihrer wichtigen persönlichen Daten.