Von Jennifer Martinez
Als Robert Mitchell, Korrespondent der Computerworld, im vergangenen Jahr beschloss, den Energieverbrauch seines Home Office zu senken, hatte er mit diesen Zahlen nicht gerechnet.
"Das Ergebnis war schockierend. Eine Messung des Stromverbrauchs in meinem Home Office ergab, dass zirka 112 US-Dollar meiner jährlichen Stromrechnung auf die Geräte in meinem Heimbüro entfallen – das sind 8,5 Prozent des Gesamtbetrags für meinen Haushalt. Der Stromverbrauch für die Computerausrüstung in meinem Home Office belief sich im vergangenen Jahr auf 803 Kilowattstunden und war direkt für den Ausstoß von zirka 400 Kilogramm Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen verantwortlich."
Aber hier ist der Clou: Robert Mitchell geht davon aus, dass durch Änderungen an seinen Geräten und Anpassung seiner Arbeitsgewohnheiten sein Stromverbrauch im nächsten Jahr um 645 Kilowattstunden zurückgehen wird, er seine Stromkosten um 90 US-Dollar senken kann und sein Anteil an dem durch die Geräte verursachten CO2-Ausstoß um 324 Kilogramm abnimmt. "Das ist für mich ein akzeptabler Energiespar-Kompromiss."
Im Gesamtzusammenhang betrachtet mögen diese Änderungen unbedeutend erscheinen ... es sei denn, man multipliziert Robert Mitchells Ergebnisse mit den schätzungsweise 36 Millionen Home Offices, in denen Computer- und Kommunikationsgeräte genutzt werden. Das wäre eine enorme Energieeinsparung.
Ein geringerer Energieverbrauch muss übrigens keine Beeinträchtigung der Qualität und Leistung Ihrer Geräte bedeuten. Tatsache ist, dass sich mit einigen einfachen Maßnahmen beides erreichen lässt: Hohe Produktleistung und niedriger Energieverbrauch.
Hier sind einige Ratschläge, was Sie tun können:
1. Messen Sie den Stromverbrauch Ihrer Geräte. Sie können nicht energiesparender wirtschaften, wenn Sie den Status Quo nicht kennen. Der Energieverbrauch lässt sich problemlos auf eigene Faust mit einem preisgünstigen Messgerät – z. B. Kill A Watt von P3 International Corporation – messen. Das für 39,99 US-Dollar im Handel angebotene Gerät wird an die Steckdose angeschlossen und verfügt über einen eigenen Anschluss für das Gerät, das Sie überwachen möchten. Es zeigt neben anderen Daten den Stromverbrauch in Watt an und verfolgt den Gesamtenergieverbrauch in einem bestimmten Zeitraum in Kilowattstunden.
2. Verbessern Sie Ihre Energieverwaltung mit Energy Star. Energy Star ist ein von der amerikanischen Umweltschutzbehörde (Environmental Protection Agency, EPA) ins Leben gerufenes Regierungsprogramm, das die Einführung und Verwendung energiesparender Geräte fördert. Die neuen Energy Star-Spezifikationen für Computer sind bereits in Kraft. Achten Sie beim Kauf elektronischer Geräte stets auf den Energy Star-Aufkleber. Bedenken Sie jedoch, dass Energiekosten von Ihren Nutzungsgewohnheiten beeinflusst werden. Dazu gehören schon einfachste Maßnahmen – beispielsweise indem Sie sicherstellen, dass das Energieverwaltungssystem ordnungsgemäß programmiert und aktiviert ist. Allein durch das Aktivieren des Energiesparmodus auf Ihrem Desktop-Computer und -Bildschirm lässt sich nach Meinung von Experten der Stromverbrauch um ca. 900 Kilowattstunden pro Jahr reduzieren. Informieren Sie sich in den leicht verständlichen Energy Star-Anleitungen, wie für die meisten PC-Betriebssysteme Energieverwaltungssysteme aktiviert werden.
3. Ziehen Sie den Stecker aus der Steckdose! Obwohl mit der Aktivierung des Energieverwaltungssystems auf Ihrem Computer ein erster Schritt in die richtige Richtung gemacht ist, können Sie Ihre Energiebilanz noch weiter verbessern, indem Sie ganz einfach das Kabel aus der Steckdose ziehen, wenn der PC gerade nicht gebraucht wird. Die meisten Geräte verbrauchen nämlich auch dann noch Strom, wenn sie ausgeschaltet sind.
4. Denken Sie über einen Wechsel zu einem Laptop nach. Energiespar-Denkfabrik "Rocky Mountain Institute" kennt die Zahlen: "Laptops sind verglichen mit Desktop-Computern enorme Energiesparer. . . Eingeschaltet verbrauchen sie 14 bis 25 Watt, und bei den meisten fällt der Verbrauch im Energiesparmodus auf 1 oder 2 Watt. Mit einem Laptop lassen sich Einsparungen in einer Größenordnung von 40 bis 100 Watt erzielen, je nachdem, welche Desktop-Einheit durch den Laptop ersetzt wird."
5. Entscheiden Sie sich bei Ihrem nächsten Monitorkauf für einen LCD-Monitor. LCD-Monitore (Liquid Crystal Display) verbrauchen normalerweise die Hälfe bis Zweidrittel weniger Strom als CRT-Bildschirme (Cathode Ray Tube) gleicher Größe. Energy Star-zertifizierte LCD-Monitore lassen noch höhere Einsparungen zu. Durch den Wechsel von einem CRT- zu einem Energy Star-zertifizierten LCD-Bildschirm sparen Sie außerdem jährlich 10 bis 30 US-Dollar an Elektrizitätskosten. Einige Energy Star-Partnerunternehmen verfügen über nützliche webbasierte Rechner, mit denen Sie die mit dem Kauf eines LCD-Monitors verbundenen Einsparmöglichkeiten schnell berechnen können.
Obwohl Sie durch den Erwerb effizienter elektronischer Geräte Energie und Geld sparen können, können Sie dadurch, wie Sie die Geräte nutzen, noch mehr bewirken. Indem Sie Ihre Nutzungsgewohnheiten ändern, z. B. nach dem Abschalten des PCs den Netzstecker ziehen, können Sie oft mehr Energie sparen als durch den Kauf eines effizienteren Modells.
Das bestätigen auch die Erfahrungen, die Robert Mitchell von Computerworld bei seinem Experiment in Sachen "grüne" Computerumgebungen gemacht hat: "Einfache Änderungen brachten die größten Einsparungen. Ineffiziente Geräte wurden von mir ausgetauscht oder entfernt und Geräte anders konfiguriert und genutzt."
Jennifer Martinez ist freiberufliche Autorin mit Schwerpunkt im Themenbereich Computer und Familie.
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