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Bedrohungen

Stoppen Sie Spionageprogramme, bevor sie Ihnen Schwierigkeiten machen

Von Jennifer Martinez

Haben Sie beim Surfen im Internet schon einmal auf eine ansprechende Werbung oder einen interessanten Link geklickt und Ihr Bildschirm wurde von Popup-Fenstern regelrecht überflutet? Oder Ihr Browser leitet Sie plötzlich auf eine Reihe fragwürdiger Webseiten – und hält Sie dort in einer Endlosschleife gefangen? Vielleicht ist es Ihnen aber auch schon passiert, dass Ihr Computer seit der Installation eines kostenlosen Spiels oder Softwareprogramms nur noch ausgesprochen langsam reagiert, da ein Programm jetzt – ohne Ihr Wissen – Ihr Online-Verhalten aufzeichnet?

Willkommen in der rätselhaften Welt der Spionage- und Werbeprogramme.  Diese Programme sind mehr als nur ein Ärgernis. Sie können ein Sicherheitsrisiko für Computeranwender bedeuten, die das Internet in ihrem Alltag nutzen – also auch für Sie.

Was jedoch sind Spionage- und Werbeprogramme?
Spionageprogramme (auch als Spyware bezeichnet) gelangen in der Regel ohne Ihr Wissen oder Ihre Erlaubnis auf Ihren Computer. Ein Spionageprogramm wird normalerweise im Hintergrund ausgeführt und sammelt Informationen oder überwacht Ihre Online-Aktivitäten. Viele Spionageprogramme sammeln Informationen über Ihren Computer und wie Sie ihn nutzen, beispielsweise indem sie Ihr Surfverhalten überwachen. Ausgeklügeltere Formen von Spionageprogrammen sind inzwischen dafür bekannt, persönliche Informationen aufzuzeichnen und an Identitätsdiebe zu übertragen. Das kann von Ihren Kennwörtern und Benutzernamen für Webseiten über Ihre Kreditkartennummern bis hin zu Kopien Ihrer Instant Messaging-Nachrichten reichen.

Werbeprogramme (auch Adware genannt) haben eine etwas andere Funktion als Spionageprogramme. Ihr Hauptzweck ist die Anzeige von Werbung auf Ihrem Computer. Werbeprogramme zeigen Werbung und Links zu anderen Webseiten an – häufig in Form von Popup-Fenstern. Viele dieser Werbeanzeigen preisen legitime Produkte an. Einige Werbeprogramme überwachen Ihre Surfaktivitäten und nutzen diese Informationen dann, um gezieltere Werbeinhalte anzuzeigen. Einigen Benutzern macht dies nichts aus. Andere hingegen sehen dieses Verhalten als eine Verletzung ihrer Privatsphäre an.

Die wichtigste Frage ist jedoch: Möchten Sie, dass dieses Programm auf Ihrem Computer ausgeführt wird? Wenn es Ihrer Ansicht nach Ihre Privatsphäre und Sicherheit gefährdet (oder zumindest ein Ärgernis ist), dann fällt es unter die Kategorie unerwünschter Software. Und das bedeutet, dass Sie wissen sollten, wie Sie damit fertig werden.

Wie können Sie Spionage- oder Werbeprogramme entfernen?
Unabhängig davon, ob sie ein Sicherheitsrisiko darstellen oder Leistungsprobleme verursachen: Einige Formen von Spyware sind mehr als nur ein Ärgernis. So können Spionage- und Werbeprogramme, die im Hintergrund ausgeführt werden, die Ressourcen Ihres Computers vollständig beanspruchen und in manchen Fällen Ihr gesamtes System zum Absturz bringen. Obwohl ein langsamer Computer für jeden ärgerlich ist, so stellt dies besonders für Home Office-Benutzer ein Problem dar.

Oftmals werden diese Programme zusammen mit anderen Programmen installiert, die Sie aus dem Internet herunterladen. In vielen Fällen ist dies wahrscheinlich auch in irgendeiner Form in der Lizenzvereinbarung der Software erwähnt. Allerdings sind diese Vereinbarungen meistens sehr lang, und wer von uns liest sie schon vollständig durch? Häufig wird ein Spionage- oder Werbeprogramm zusammen mit Freeware ausgeliefert, die Sie aus dem Internet herunterladen. Während dies für einige ein faires Geschäft ist – Sie erhalten die kostenlose Software und der Softwarehersteller erhält Informationen über Ihre Computergewohnheiten – sehen andere darin eine Täuschung und eine Verletzung der Privatsphäre.

Inzwischen wird immer mehr unerwünschte Software während des Surfens im Internet auf Ihren Computer geladen. In vielen Fällen werden Sie dazu verleitet, ein Download durch Klicken auf ein Popup-Fenster oder gefälschtes Dialogfeld zu starten. Einige Popup-Fenster enthalten eine "dringende" oder verlockende Nachricht. Möglicherweise wird darin ein kostenloses Geschenk angeboten oder Ihnen mitgeteilt, dass Sie bestimmte Software herunterladen müssen, um eine Webseite anzuzeigen. In dem Fenster können Sie oft eine "Ja"- oder "Nein"-Auswahl treffen. Tatsächlich wird jedoch ein Spionage- oder Werbeprogramm auf Ihren Computer geladen, sobald Sie im Fenster klicken. Achten Sie also darauf, dass Sie das Fenster lediglich schließen.

Wie können Sie Spionage- oder Werbeprogramme vermeiden?
Eine Vielzahl von unerwünschten Softwareprogrammen landet teilweise deshalb auf Ihrem Computer, weil Sie etwas getan bzw. nicht getan haben.  Die folgenden Tipps helfen Ihnen, unerwünschte Spionage- oder Werbeprogramme zu vermeiden:

Laden Sie nicht wahllos alles aus dem Internet auf Ihren Computer. Bevor Sie ein Programm herunterladen, sollten Sie sich genau überlegen, ob Sie es auch tatsächlich brauchen. Sollten Ihnen der Softwarehersteller vollkommen unbekannt sein, lesen Sie sorgfältig die Informationen auf dessen Webseite, um mehr über die Personen, die hinter der Technologie stehen, sowie über die Technologie selbst zu erfahren. Vorsicht auch bei ActiveX. ActiveX ist ein gängiges Tool, um Spyware ohne Ihr Wissen oder Ihre Zustimmung zu installieren. Sie können ActiveX über Ihre Browser-Einstellungen deaktivieren und diese Option jederzeit wieder aktivieren, wenn dies für eine vertrauenswürdige Webseite erforderlich ist.

Lesen Sie die Lizenzvereinbarungen. Auch wenn es eine abschreckende Aussicht ist, diese Vereinbarungen lesen zu müssen, sollten Sie dennoch auf Nummer Sicher gehen und bei der Installation von Freeware nicht nur bis zum Ende blättern und auf die Schaltfläche "Ich stimme zu" klicken. Lesen Sie stattdessen die Vereinbarung sorgfältig durch, und achten Sie auf Stellen, die sich auf Aktivitäten zum Sammeln von Informationen beziehen und bedeuten könnten, dass Sie neben der kostenlosen Software möglicherweise auch ein Spionage- oder Werbeprogramm erhalten.

Vorsicht vor Betrügereien mit Tools zum Schutz vor Spionageprogrammen. Das Internet ist voller Angebote für so genannte "Antispyware"-Tools, die wenig oder überhaupt nichts zur Abwehr von Spionageprogrammen beitragen. Einige gehen sogar noch weiter. Anbieter dieser Tools bieten oft kostenlose Prüfungen an. Diese erkennen fast unweigerlich Hunderte von Spionageprogrammen auf Ihrem Computer. Sie werden dann umgehend aufgefordert, ihr Scheinprodukt zu kaufen.

Hüten Sie sich vor anklickbarer Werbung. Vermeiden Sie nach Möglichkeit Programme – insbesondere Freeware – die anklickbare Werbung einblenden. Ihr Vorhandensein ist ein Warnhinweis. Wenn Sie auf diese Werbung klicken, zeichnet höchstwahrscheinlich jemand auf, wie Sie darauf reagieren.

Halten Sie Ihren Internet-Browser stets auf dem neuesten Stand. Sicherheitslücken in Browsern sind ein gängiger Übertragungsweg für Spionage- und Werbeprogramme. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sämtliche Sicherheits-Patches installieren, sobald sie für Ihren Browser verfügbar sind. Besuchen Sie die Webseite des Herstellers Ihres Browsers, um die neuesten Updates zu erhalten.

Führen Sie häufig Prüfungen durch. Sie sollten auf Ihrem Computer ein legitimes Programm zum Schutz vor Spyware installiert haben, das Ihren Computer häufig überprüft. So können Sie unerwünschte Spionage- und Werbeprogramme von Ihrem Computer entfernen.

Leider ist nicht zu erwarten, dass Spyware und Adware in naher Zukunft von der Bildfläche verschwinden. Sie können jedoch die Kontrolle übernehmen, indem Sie entscheiden, was auf Ihren Computer gelangt, was draußen bleiben muss und was Ihren Computer nicht verlassen darf.

Jennifer Martinez ist freiberufliche Autorin mit Schwerpunkt im Themenbereich Computer und Familie.

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