Von Kim Boatman
Auffällige Werbebanner auf Websites werden häufig als störende Ablenkung empfunden. Oft versuchen sie, Benutzer mit allerhand Schnickschnack dazu zu verleiten, auf einen Link zu klicken. Die meisten von uns finden sich mit diesen Werbeeinblendungen ab, da sie mit dazu beitragen, dass Internetinhalte kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Seit neuestem haben Hacker diese Werbebanner für ihre Zwecke entdeckt: als nützliches Medium für gezielte Angriffe auf Ihren Computer und Ihre vertraulichen Informationen.
Einige Werbebanner sind mittlerweile eine Quelle für Malware, d.h. Schadprogramme, die bösartigen Code enthalten. Dieser kann Ihren PC schädigen oder ihn kapern, so dass Cyberkriminelle die Speicherkapazität Ihres PCs für ihre bösartige Zwecke missbrauchen können. Verseuchte Werbebanner versuchen mit zahlreichen Tricks, Sie dazu zu bringen, Spyware oder Viren auf Ihrem Computer zu installieren.
Dieses Problem ist besonders besorgniserregend, da Hacker oft versuchen, unverdächtig wirkende Werbebanner auf häufig besuchten Websites einzuschleusen, erläutert Thomas K. McCabe, President von HeroTechs Inc., einem in Long Island, New York, ansässigen Computerserviceunternehmen. "Es gibt so viel Werbung dort draußen, dass die schwarzen Schafe kaum noch auszumachen sind", warnt Thomas K. McCabe.
Betrügerische Werbebanner
Malware-infizierte Banner verwenden häufig Flash-Programmcode. Bei dieser Art der Programmierung werden Inhalte mit Animationen und interaktiven Funktionen versehen, um Benutzer zu einer bösartigen, seriös aussehenden Website umzuleiten.
Ein weiterer beliebter Hacker-Trick – so Thomas K. McCabe – ist die Umleitung auf eine infizierte Website, auf der die Meldung eingeblendet wird, dass bei einem Virenscan Viren auf Ihrem Computer entdeckt wurden. Sie werden aufgefordert, auf einen Link zu klicken, um den Virus zu entfernen. Doch anstatt den Virus zu entfernen, lädt der Mausklick das Schadprogramm auf Ihren Computer.
"Ich war zufällig dabei, als meiner Frau beim Besuch einer legitimen Website mit Kochrezepten solch eine Meldung angezeigt wurde", erzählt Thomas K. McCabe. "Sie wollte gerade die Schaltfläche "Hier klicken" anklicken, als ich ihr gerade noch die Maus wegziehen konnte." In einigen Fällen muss nicht einmal geklickt werden, damit die Banner ihr Unheil anrichten können. Es genügt, die Website zu besuchen, um das Schadprogramm in Gang zu setzen, warnen die Experten.
Hacker können legitime Werbeanzeigen infizieren. Betrügerische Werbetreibende stellen sich jedoch auch bewusst falsch dar, um Werbung zu kaufen, die die Sicherheitsmaßnahmen von Werbedistributoren umgehen. "Es gibt Distributoren, die Werbung mit Zugriff auf Millionen von Websites verkaufen", so Ken Colburn, President von Data Doctors Computer Services, einem in Tempe, Arizona, ansässigen Unternehmen. "Wenn ein betrügerisches Werbebanner ins Netz gestellt und nicht als unseriös entlarvt wird, wird es einige Zeit normal arbeiten. Es wird eingeblendet und geschlossen."
Werbebanner und was Sie dagegen tun können
Die Bösewichte mögen zwar clever sein, doch gibt es mehrere Möglichkeiten, sich vor bösartigen Werbebannern zu schützen. Die folgenden Schritte sollen Ihnen helfen, sicher im Internet zu surfen:
Seien Sie vorsichtig bei verdächtigen Suchergebnissen. Lassen Sie sich beim Surfen im Internet nicht von nachgemachten Websites täuschen, die in Suchergebnissen angezeigt werden. "Wenn mit einer Website etwas nicht zu stimmen scheint, schließen Sie sie umgehend", rät Thomas K. McCabe. "Starten Sie Ihre Virenschutzsoftware – je schneller, umso besser".
Klicken Sie mit Köpfchen! Der Wert eines Werbebanners bemisst sich daran, wie viele Benutzer dazu verleitet werden, darauf zu klicken. Aus diesem Grund zielen viele Banner alle Register und schlagen mitunter über die Stränge. "Werbebanner mit dem Hinweis 'Klicken Sie hier, um irgendeinen Preis zu gewinnen', spekulieren auf menschliche Schwächen", so Ken Colburn. Wenn Sie mehr über einen Werbetreibenden erfahren möchten, geben Sie die Adresse des betreffenden Unternehmens in Ihren Browser ein, oder suchen Sie mit Google nach der entsprechenden Website. "Wenn Sie einen Intelligenztest machen möchten, geben Sie "Intelligenztest" in Google ein, und rufen Sie den Test eines seriösen Anbieters auf, anstatt auf das Banner zu klicken", rät Thomas K. McCabe.
Halten Sie Ihre Sicherheit auf dem neuesten Stand. "Sie haben diesen Rat millionenfach gehört – falls Sie ihn immer noch nicht beherzigen, sollten Sie spätestens jetzt damit anfangen", meint Ken Colburn. Stellen Sie sicher, dass die Software auf Ihrem Computer regelmäßig aktualisiert wird – mindestens einmal wöchentlich. Vergewissern Sie sich, dass Ihre Firewall eingeschaltet ist. Außerdem sollte eine Virenschutzsoftware installiert und Ihr Abonnement auf dem neuesten Stand sein.
Die Bösewichte werden immer cleverer, so die Meinung der Experten "Bösartige Aktivitäten sind aber auch deshalb so weit verbreitet, weil so viele Internetbenutzer leichtgläubig sind", meint Ken Colburn. Es kommt vor allem darauf an, sein eigenes Verhalten zu überwachen und die eigene Anfälligkeit für Risiken zu reduzieren.
Kim Boatman ist eine in Silicon Valley, Kalifornien, ansässige Journalistin. Sie berichtet seit mehr als 15 Jahren über die verschiedensten Themen für die San Jose Mercury News.
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