Von Kim Boatman
Für Sydney Johnston war das Fitnessgerät, das sie auf einer Online-Auktion für nur 200 US-Dollar entdeckte, ein richtiges Schnäppchen. Aber der Händler aus New Jersey hat die Ware nie geliefert.
Sydney Johnston ist vielleicht nur ein weiteres warnendes Beispiel dafür, dass man bei Online-Auktionen vorsichtig sein sollte. Wäre da nicht folgende Tatsache: Die in Atlanta wohnende Bieterin ist eine langjährige eBay-Käuferin und -Verkäuferin. Zudem unterrichtet sie Schulungskurse für Online-Auktionen. Und bei ihrer eigenen Transaktion ergriff sie intelligenterweise eine Schutzmaßnahme.
"Ich habe mit Kreditkarte bezahlt und war so abgesichert", sagt sie. "Ich bin wirklich vorsichtig."
Online-Auktions-Websites wie eBay haben sich inzwischen zu einem weltweiten Flohmarkt entwickelt. Sie bieten Ihnen die Chance, Ihren Kleiderschrank oder Ihre Garage zu entrümpeln und Dinge mit anderen zu tauschen, die ihrerseits ihre Schränke oder Garagen leeren – in manchen Fällen rund um die halbe Welt. Auktionen sind eine Quelle für Sammlerstücke, von Pokemon-Tauschkarten über antike Kartoffelstampfer bis hin zu Verbraucherelektronik oder größeren Objekten wie beispielsweise Autos.
Die meisten von uns finden nichts dabei, auf Online-Auktionen Waren an Fremde zu verkaufen bzw. von Fremden zu kaufen. Die meisten Transaktionen gehen auch reibungslos über die Bühne. Allerdings führt Auktionsbetrug weiterhin die Liste der Beschwerden an, die beim Internet Crime Complaint Center – einer Partnerschaft von FBI und des National White Collar Crime Center – eingehen. So macht Online-Auktionsbetrug zirka 45 Prozent der Beschwerden aus, die das Center erhält.
Sie möchten nicht zum Opfer werden? Dann seien Sie auf der Hut vor diesen Betrügereien, neuen Tricks und altbekannten Maschen beim Auktionsbetrug.
1. Der "reisende" Verkäufer
Online-Auktionsbetrug ist inzwischen zum großen internationalen Geschäft geworden. Verkäufer können beispielsweise den Anschein erwecken, dass eine Auktion in Deutschland stattfindet, und Ihnen dann mitteilen, dass sie wegen eines Notfalls in der Familie oder einer ähnlichen Ausrede das Land verlassen müssen. Laut Internet Crime Complaint Center fordern sie Sie dann auf, Geld mit Western Union oder per Banküberweisung zu schicken.
"Bei einer Zahlung per Western Union ist Ihr Geld unwiederbringlich verloren, sobald es einmal abgeschickt wurde", so Sydney Johnston. "Bei Kreditkartenzahlungen haben Sie einen gewissen Regressanspruch."
Bei Kreditkartenkäufe gelten bestimmte Schutzkriterien. Allerdings gibt es kaum Hoffnung, dass Sie wieder in den Besitz Ihres Geldes gelangen, wenn Sie Zahlungen per Scheck, Bankscheck oder Banküberweisung leisten.
2. Falsche Treuhandfirmen
Betrüger können Ihnen anbieten, einen externen Treuhandservice damit zu beauftragen, das Geld so lange zu verwahren, bis die Waren geliefert wurden. Dies ist ein weiterer Fall, vor dem sich Käufer und/oder Verkäufer in Acht nehmen sollten: Die Gauner machen mit der falschen Treuhandfirma gemeinsame Sache und entweder Ihre Ware oder Ihr Geld verschwinden auf Nimmerwiedersehen. Nehmen Sie die Dienste einer renommierten Treuhandfirma wie Internet Escrow Services in Anspruch, und seien Sie besonders auf der Hut, da Betrüger versuchen werden, das Erscheinungsbild der Website der Treuhandfirma zu imitieren.
3. Der altbekannte Austauschtrick
Minderwertige, gefälschte Ware als echte Ware zu verkaufen ist ein altbewährter Trick. Online-Auktionen bilden dabei keine Ausnahmen. Derzeit existiert ein riesiger Markt mit gefälschten Designer-Handtaschen. Für einen Betrüger ist es relativ einfach, entweder ein Foto einer echten Designer-Handtasche zu zeigen oder eine Designer-Handtasche zu kaufen und abzufotografieren. Was Sie dann jedoch erhalten, ist eine billige Imitation, so Sydney Johnston.
"Wenn Angebote bei Online-Auktionen zu schön sind, um wahr zu sein, dann handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Schwindel", meint Craig Butterworth, Sprecher des National White Collar Crime Center. "Informieren Sie sich gründlich, und verlassen Sie sich auf Ihre Intuition."
4. Gefälschte Bankschecks
Betrüger – häufig mit Wohnsitz im Ausland – bieten Ihnen an, mit einem Bankscheck zu zahlen, der für einen höheren Betrag als der tatsächliche Transaktionswert ausgestellt ist. Sie werden unter einem falschen Vorwand aufgefordert, den überschüssigen Betrag zurück zu überweisen, beispielsweise um zusätzlich anfallende Kosten zu begleichen. Der Scheck ist jedoch gefälscht.
5. Phishing
Phishing oder der Versuch, durch Nachahmen eines legitimen Unternehmens wie eBay in den Besitz Ihrer vertraulichen Informationen zu gelangen, ist weiterhin weit verbreitet, warnt Craig Butterworth. Der Trick der Betrüger: Um an die Anmeldedaten für Ihr eBay-Konto zu gelangen, werden Sie in einer E-Mail aufgefordert, Ihre Kontoinformationen wie beispielsweise Ihr Kennwort zurückzuschicken. Sobald sie alle benötigten Angaben erhalten haben, können sie diese für ihre betrügerischen Zwecke nutzen und Scheinverkäufe über Ihr Konto abwickeln – und so Ihren Ruf als Verkäufer schädigen.
Da Sie nun die verschiedenen Arten von Betrügereien kennen, die im Umlauf sind, besteht der nächste Schritt darin, nicht darauf hereinzufallen. Online-Auktionen sind zwar beliebte Ziele von Betrügern, es gibt jedoch einige praktische Maßnahmen, mit denen Sie sich schützen können, meint Sydney Johnston
Informieren Sie sich über den Verkäufer.
Prüfen Sie die Bewertung eines Verkäufers, und sehen Sie sich seine bzw. ihre Liste mit den bisherigen Verkäufen an. Auch sollten Sie Ihre Verpflichtungen als Käufer und/oder Verkäufer bei jeder Transaktion kennen.
Klicken Sie nicht auf direkte Links in einer E-Mail.
Melden Sie sich nie bei eBay oder PayPal an, indem Sie auf einen direkten Link in einer E-Mail klicken. Lesen Sie jede E-Mail, die angeblich im Zusammenhang mit einer Online-Auktion steht, mit besonderer Aufmerksamkeit.
Informieren Sie sich über die Ware.
Sie sollten nicht nur genau wissen, was Sie da kaufen, sondern auch den Markt für diese Art von Waren kennen. Zudem sollten Sie in der Fachsprache für Sammlerobjekte bewandert sein und möglichst viele Fragen stellen.
Fangen Sie klein an.
Wenn Sie noch nicht viel Erfahrung mit Online-Auktionen haben, sollten Sie klein anfangen und nur bei Angeboten mitbieten, die für Sie nicht entscheidend sind.
Machen Sie sich schlau.
Zahlreiche Organisationen, darunter viele Verbraucherschutzorganisationen, bieten auf Ihren Websites praktische Tipps zum Thema Online-Auktionsbetrug. Das Federal Citizen Information Center in den USA veröffentlicht Informationen zu einer Vielzahl von Betrugsmaschen und Tricks, mit denen Verbraucher getäuscht werden. Sie können sich zudem registrieren lassen, um per E-Mail regelmäßig die neuesten Informationen zu Betrügereien und Tricks zu erhalten. Das Internet Crime Complaint Center bietet Informationen zu aktuellen Trends bei Online-Betrug.
"Zweifellos gibt es einige lohnende Schnäppchen im Internet", so Sydney Johnston. "Aber viele möchten so fest an das große Geld glauben, dass sie trotz besseren Wissens alle Bedenken über Bord werfen."
Kim Boatman ist eine in Silicon Valley, Kalifornien, ans
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