Von Jennifer Martinez
Für die meisten von uns ist das Internet ein Buch mit sieben Siegeln. Wir haben nur eine vage Vorstellung davon, wie es funktioniert, und können nicht richtig einschätzen, wie sichtbar unser Computer (und unsere persönlichen Informationen) beim Surfen im Internet wirklich ist.
Schon das allein führt bei den meisten Internet-Benutzern zu großem Unbehagen. Schließlich sind viele von uns fast ständig online – um uns mit Freunden und Bekannten auszutauschen, nach Informationen zu suchen oder die neuesten Nachrichten zu lesen. Natürlich wüssten wir alle gerne etwas mehr über alltägliche Internet-Risiken.
Wer hat sich nicht schon einmal folgende Fragen gestellt: Welche Aspekte meines Computers sind für andere sichtbar? Welche Bereiche sind für andere zugänglich oder manipulierbar? Sind meine E-Mails und Instant Messages vor neugierigen Blicken geschützt? Kann jemand mein Surfverhalten beobachten? Die Antworten auf diese Fragen fallen fallen natürlich je nach Situation für jeden Internet-Nutzer anders aus. Doch zum Glück gibt auch einige allgemeingültige Antworten. Ausgerüstet mit etwas Wissen und gut geschützt können Sie sich Schritt für Schritt Ihre eigene "Wohlfühlzone" im Internet einrichten.
Schritt 1: Informieren Sie sich, wie sichtbar Sie wirklich sind
Wenn Sie online sind, haben andere Computernutzer Einblick in bestimmte grundlegende Informationen über Ihren Computer, da alle Benutzer über das Internet miteinander verbunden sind. Tatsache ist, dass Sie Ihren Computer bekannt machen müssen, um das Internet nutzen zu können. Eine hundertprozentige Anonymität beim Surfen wird es deshalb nie geben.
Ports Was genau ist also sichtbar? Zuerst einmal Ihre Ports und IP-Adresse. Ports sind Informationskorridore zwischen Ihrem Computer und dem Internet. Jeder Port verfügt über eine Nummer, die jeweils für eine bestimmte Funktion reserviert ist. So wird beispielsweise der Internet-Datenverkehr mehrheitlich über Port 80 gesendet. Port 25 ist dagegen für die E-Mail-Kommunikation reserviert. Hacker und andere Cyberkriminelle können Ihre Ports scannen und so herausfinden, welche Ports geöffnet sind. Sind interessante Ports verfügbar, können sie damit Schwachstellen Ihres Computers ausnutzen.
IP-Adressen Die IP-Adresse ist eine Zahlenkombination, die eine eindeutige Identifizierung Ihres Computers ermöglicht. Sie ist ungefähr vergleichbar mit Ihrer Telefonnummer oder Postanschrift. Ohne die IP-Adresse könnte Ihnen praktisch nichts über das Internet zugestellt werden. Bei Verwendung einer statischen IP-Adresse wird Ihrem Computer bei jeder Anmeldung im Internet dieselbe Kennung zugeordnet. Damit sind Sie eine leichte Beute. Besser getarnt sind Sie, wenn sich Ihre IP-Adresse bei jeder Anmeldung im Internet ändert. Vergewissern Sie sich bei Ihrem Internet-Dienstanbieter, dass Ihre IP-Adresse dynamisch erstellt wird.
Persönliche Firewall Trotz der Sichtbarkeit Ihrer Ports oder IP-Adresse können Sie Ihren Computer vor Angriffen schützen. So können Sie eine persönliche Firewall installieren, um Hacker von Ihrem Computer und seinen geöffneten Ports fern zu halten. Gleichzeitig sorgt die persönliche Firewall dafür, dass autorisierter Datenverkehr ungehindert passieren kann, um auf Ihren Computer zu gelangen. Wenn Sie keine Firewall installiert haben, sollten Sie zumindest keine statische IP-Adresse verwenden.
Schritt 2: Kontrollieren Sie das Dateifreigaberisiko
Wenn Sie mit einem Windows-Betriebssystem arbeiten, können andere Internet-Benutzer möglicherweise Ihre NetBIOS-Informationen sehen. Das NetBIOS-Programm wird für einfache Netzwerkaufgaben und Kommunikationsvorgänge verwendet, z. B. für die Datei- und Druckerfreigabe. Wenn Sie Dateien lokal über NetBIOS austauschen und gleichzeitig mit dem Internet verbunden sind, können Hacker Ihre Dateien möglicherweise anzeigen, herunterladen oder löschen. Die gute Nachricht ist, dass sich ein Angriff einfach verhindern lässt, indem Sie Ihre NetBIOS-Einstellungen neu konfigurieren.
Schritt 3: Halten Sie Ihre Surfgewohnheiten unter Verschluss
Ihre Bewegungen im Internet sind bis zu einem gewissen Grad für andere sichtbar. Wie Sie vielleicht wissen, zeichnet Ihr Browser Ihre Surfaktivitäten auf. Diese Funktion ist praktisch, wenn Sie zu einer kürzlich besuchten Website zurückkehren möchten. Aber wussten Sie auch, dass Ihr Browser Ihre aktuellen Besuchsdaten (z. B. die URL der Seite, die Sie gerade verlassen haben) an die nächste Website weiterleitet? Website-Besitzer können die Informationen nutzen, um sich ein Bild von Ihren Surfgewohnheiten zu machen, insbesondere, wenn Sie häufig zu ihren Websites zurückkehren.
Zum Glück lässt sich dieses Problem einfach umgehen. Ihr Browser kann die Adresse einer Seite, von der aus der Zugriff erfolgte, nur weitergeben, wenn Sie auf einen Link klicken. Wenn also die Eigentümer einer Website nicht erfahren sollen, welche Seite Sie gerade besucht haben, folgen Sie keinem Link zu der betreffenden Website. Geben Sie stattdessen die URL der Website manuell in die Adresszeile Ihres Browsers ein. Einige Browser können zudem neu konfiguriert werden, um die Weiterleitung von Verweisadressen zu blockieren.
Spionageprogramme sind noch weitaus aggressiver. Sie nisten sich auf Ihrem Computer ein und sammeln Informationen zu Ihren Computergewohnheiten. Anschließend erstellen sie ein Profil Ihrer Person und übermitteln es per Internet an die Instanz, die das Programm veröffentlicht hat. Diese wiederum nutzt diese Informationen u. U., um Sie als Kunden zu werben oder um Ihr Profil zum Verkauf anzubieten. Die meisten Spionageprogramme (Spyware) landen ohne Ihr Wissen auf Ihrem Computer. Wenn Sie jedoch ein Antispyware-Programm installiert haben, können Sie alle Programme identifizieren, die von Ihrem Computer aus versuchen, auf das Internet zuzugreifen, einschließlich Spionageprogramme. Sobald Sie ein Spionageprogramm identifiziert haben und Sie dieses Programm wieder loswerden möchten, können Sie es einfach löschen und sich ganz entspannt zurücklehnen.
Schritt 4: Behalten Sie E-Mail und Instant Messaging im Auge
Leider sind Ihre E-Mails alles andere als sicher. Ab dem Moment, an dem E-Mails Ihren Computern verlassen, bis zu ihrem Eintreffen am Ziel haben zahlreiche unterschiedliche Personen – vom Mail-Server-Hacker bis hin zu Mail-Server-Administratoren – potenziell Gelegenheit, Ihre E-Mails zu lesen.
Ähnlich werden auch Ihre Instant Messages ungeschützt über das Internet übertragen. Sie sind ein ideales Angriffsziel für Neugierige, die solche Nachrichten abfangen und lesen. Um potenziellen Datenschutzverletzungen vorzubeugen, sollten Sie Ihre E-Mail über einen vertrauenswürdigen E-Mail-Anbieter abwickeln und sich vergewissern, dass die Mail-Server dieses Anbieters über leistungsfähigen Firewall-Schutz verfügen. Denken Sie auch daran, Ihre E-Mail- und Instant Messaging-Kennwörter häufig zu wechseln. Das gilt insbesondere für Web-basierte E-Mail-Dienste wie Yahoo oder Hotmail.
Wenn Ihre E-Mails streng vertrauliche Informationen enthalten, empfiehlt sich der Einsatz von Verschlüsselungstechnologien. Obwohl die Verschlüsselung etwas aufwendiger ist, lässt sich damit dennoch am einfachsten sicherstellen, dass nur die vorgesehenen Empfänger Ihre E-Mails lesen können. Was Instant Messaging betrifft, ist Ihr Sicherheitsbewusstsein die beste Verteidigung. Wenn Sie etwas Wichtiges zu sagen haben, sparen Sie es sich für ein Kommunikationsmedium auf, das sicherer ist.
Schritt 5: Blockieren Sie Viren und andere bösartige Programme
Einige bösartige Programme können Ihr gesamtes System für Hacker sichtbar machen. Bestimmte Trojaner platzieren beispielsweise einen Fernsteuerungsmechanismus auf Ihrem Computer und ermöglichen so den ungehinderten Zugriff darauf. Sobald ein Hacker Ihren Computer kontrolliert, kann er ihn nutzen, um andere anzugreifen oder den Inhalt Ihres Computers anzuzeigen, zu manipulieren oder zu löschen. Bösartige Programme nutzen eine Vielzahl unterschiedlicher Methoden, um in Ihr System zu gelangen – E-Mail, Websites oder sogar Disketten. Schützen Sie sich vor diesen Sicherheitslücken – installieren Sie eine bewährte Virenschutzlösung.
Jennifer Martinez ist freiberufliche Autorin mit Schwerpunkt im Themenbereich Computer und Familie.
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